Laufzeitverlängerung von AKW keine Alternative zum Gas
Der Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland hat in der großen Koalition erneut die Debatte um die Atomenergie entfacht. Es zeigt sich, die Unionsvertreter jede mögliche und auch unmögliche Gelegenheit nutzen, um nach längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke zu rufen. Der Konflikt um die Atomenergie wurde demnach, wie von Bündnis 90/Die Grünen befürchtet, durch den Koalitionsvertrag nicht gelöst, sondern nur aufgeschoben. Das ist ein untragbarer Zustand für die Planungssicherheit der Energiewirtschaft und das Ansehen Deutschlands im Ausland.
Eine Regierung muss handeln und nicht streiten
Die Union täte gut daran, den energiepolitischen Irrweg der Atomenergie zu verlassen. Denn Stoiber, Glos & Co. verwechseln Äpfel mit Birnen wenn Sie behaupten, Atomenergie könne die Sicherheit der Gasversorgung kompensieren. Es ist absurd, wenn das vorrangig für die Wärmeversorgung genutzte Erdgas mit mehr Atomstrom ersetzt werden soll. Der dauernde Streit in der Koalition über die Atomenergie blockiert notwendige Entscheidungen für eine zukunftsorientierte Energieversorgung. Atomkraft ist unsicher, teuer und nicht nachhaltig. Mit effizienter Energienutzung, verstärkter Kraft-Wärme-Kopplung, Energieeinsparung und einer klaren Wachstumsstrategie für erneuerbare Energien stehen deutlich bessere Alternativen zur Verfügung, die darauf warten, umgesetzt zu werden.
Laufzeitverlängerung - erhöht Risiken und Kosten und verhindert Investitionen
Eine Verlängerung der Laufzeiten von AKW zieht nicht nur zusätzliche Risiken, sondern auch Kosten nach sich: für zusätzliche Nachrüstungen und Sicherheitsinvestitionen gegen Terrorgefahren, sowie für die Endlagerung vom zusätzlichen Atommüll. Immer noch ist das Entsorgungsproblem weltweit ungelöst. Die Reichweite des Urans als Brennstoff für AKW ist ebenso begrenzt wie beim Erdöl und Erdgas. Auch die Abhängigkeit von Importen ist dieselbe. Nicht zuletzt würden längere Laufzeiten über Jahre milliardenschwere Investitionen in den veralteten Kraftwerkspark in Deutschland verhindern. Investitionen in erneuerbare Energien, in effiziente Technologien und in innovative Energiedienstleistungen, die dafür sorgen, dass Energie intelligenter genutzt und weniger verschwendet wird.
Versorgungssicherheit durch Diversifizierung der Bezugsquellen, Einsparung und erneuerbare Energien
Im 21. Jahrhundert geht es um die intelligente Nutzung knapper Ressourcen, den Schutz der Erdatmosphäre und um Zukunftstechnologien wie die erneuerbaren Energien. Verschwenderische, hochsubventionierte und riskante Großtechnologien bieten keine Perspektive. Der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine ist nur das Vorspiel zu den großen Energiekonflikten, die die nächsten Jahrzehnte prägen werden. Wer klug ist, der diversifiziert seine Bezugsquellen, spart Energie und sattelt zügig auf erneuerbare Energiequellen um. Wir wollen deshalb den Anteil der erneuerbaren Energien an der Strom- und Wärmeversorgung bis 2020 auf 25 Prozent erhöhen und gleichzeitig den Verbrauch von Energie durch die Anwendung der modernsten Techniken drastisch reduzieren. In wenigen Jahrzehnten kann die gesamte Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien sichergestellt werden.
