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Fachgespräch | 26.06.2006

Neue Wege für die Ausbildung

Fachgespräch am 26. Juni 2006

Bei einem Fachgespräch zur Fortentwicklung des beruflichen Bildungssystems trafen sich Fachleute und Interessierte aus Bereichen, die sonst oft getrennt voneinander arbeiten: die StrukturreformerInnen, die MigrationspolitikerInnen und die Arbeitsmarktfachleute. Denn in diesem Fachgespräch wurden zentrale Probleme des beruflichen Bildungssystems miteinander verknüpft. Es ging um die Fragen, wie das duale System an den beiden Lernorten verbessert werden kann, wie die Ausbildung für Menschen mit Migrationshintergrund geöffnet werden kann und welche Möglichkeiten für die geschaffen werden müssen, die Unterstützung für den Zugang ins duale System brauchen.

Gute Ausbildung darf niemanden aufgeben, sondern muss alle ermutigen und motivieren

 

Fachgespräch Ausbildung

 

 

Fachgespräch Ausbildung

 

Von links: Priska Hinz MdB, TeilnehmerInnen

Im ersten Block ging es um die Rolle von Betrieben und Schulen bei der Verbesserung der Lernorte und ihrer Zusammenarbeit im dualen System. Die einführenden Beiträge kamen von Matthias Kaiser, Vorstandsmitglied von Unternehmensgrün und Chef eines 28 Menschen starken Unternehmens, Hans Lehmann, stellvertretender Direktor des Schulzentrums EUC Syd in Sønderborg, Südjütland, und Dr. Christiane Eberhardt vom Bundesinstitut für Berufsbildung, dort zuständig für die wissenschaftliche Begleitung des Programms "Jobstarter". Es ging um Fragen wie die Ausbildungsbereitschaft von Betrieben, die Möglichkeiten einer vorbildlich ausgestatteten beruflichen Schule und die kleinen nachhaltigen Impulse für Strukturreformen in der beruflichen Bildung, die das rot-grüne Programm "Jobstarter" setzt.

Die immer größer werdende Lehrstellenlücke hat gravierende Auswirkungen auf die Bildungs- und Lebenschancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Ihre Chance auf einen Ausbildungsplatz ist auch bei gleich guter schulischer Qualifikation in den letzten Jahren noch schlechter geworden als im Vergleich zur Mitte der Neunziger Jahre. Dies und die daraus folgende Notwendigkeit, diese Jugendlichen gezielt anzusprechen und zu fördern, zeigten die Vorträge von Dr. Mona Granato vom Bundesinstitut für Berufsbildung, Heidi Gellhardt von KUMULUS, einer Berliner Bildungsberatung und Ausbildungsstellenvermittlung für Jugendliche mit Migrationshintergrund, und Maren Gag von dem EQUAL Projekt "Fluchtort Hamburg".

 

Fachgespräch Ausbildung

 

 

Fachgespräch Ausbildung

 

Von links: Brigitte Pothmer MdB, ReferentInnen, Joseph Winkler MdB

Der dritte Teil der Veranstaltung betrachtete die Angebote für Jugendliche, die auf dem im Rahmen der Hartz-Gesetzgebung neu ausgerichteten Sozialgesetzbuch (SGB) II basieren. Ein Ziel der Reform war die deutliche bessere Betreuung der Jugendlichen und die Installation eines Fallmanagements. Dadurch sollten die Hilfeangebote für sie optimiert werden. Nach anderthalb Jahren zeigen sich nun Fragen, auf die drei Fachmänner detailliert eingingen. Dies waren: Henrik von Bothmer, selbständiger Berater und langjähriger Geschäftsführer der BAG Jugendsozialarbeit, Günther Elbel, Projektleiter der Kompetenzagentur Cottbus, und Martin Mertens, Geschäftsführer der Produktionsschule Kassel.

Im ersten Resümee zeigt sich, dass viele der anwesenden Fachleute und Interessierten vom Austausch und der Diskussion profitiert haben. So gingen schon einige ausführliche Reaktionen per Mail in den beteiligten Büros ein. Die Fraktion profitiert also nachhaltig von dieser gelungenen Veranstaltung. Wir werden das Gehörte umsetzen und mit den Interessierten in Kontakt bleiben!

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