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| 04.10.2006

Besuch in Aschaffenburg

Vierte Etappe der grünen Integrationstour

"Christine, endlich besuchst Du uns", begrüßte die Rektorin der Kolping-Grundschule (und ehemalige grüne Landtagsabgeordnete) Petra Münzel die beiden aus Aschaffenburg stammenden grüne Bundestagsabgeordneten Christine Scheel bzw. den grünen Landtagsabgeordneten Thomas Mütze.

Man traf sich um sich in einer längeren Gesprächrunde über das Integrationsmodell an der Kolpingschule zu informieren. Hierzu waren Lehrerinnen und Lehrer, der Elternbeiratsvorsitzende sowie insbesondere auch Vertreter der Institutionen eingeladen, mit denen die Kolpingschule zur Verbesserung der Integrationschancen ihrer Schülerinnen und Schüler intensiv kooperiert.

"Vielfalt ist unser Reichtum"

In der Kolpingschule werden 165 Schülerinnen und Schüler aus 26 Ländern in 8 Klassen unterrichtet. Unter ihrem Leitziel "Chancengerechtigkeit für alle Kinder" und "Vielfalt ist unser Reichtum" bemühen sich Schulleitung und Kollegium alle ihnen anbefohlenen Kinder, gleich welcher Herkunft für das Leben und den weiteren Schulwerdegang hier in ihrer Heimat, bzw. jetzt neuen Heimat fit zu machen.

Um dieses Ziel zu erreichen, bietet die Kolpingschule von Beginn an zweisprachigen bzw. ergänzenden muttersprachlichen Unterricht an. Zudem gibt es drei Übergangsklassen für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache, die erst im Laufe ihrer Schullaufbahn nach Aschaffenburg kommen und die deswegen die zweisprachigen Klassen nicht besuchen können.

Integrationstour 2006


Zahlreiche Kooperationen

Dazu kooperiert die Schule, seitdem Frau Münzel die Leitung übernommen hat, mit verschiedenen Institutionen:

  • Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit dem Kindergarten, um die Kinder frühzeitig und altersgerecht an die Institution Schule heranzuführen.
  • Ein weiteres Kooperationsmodell ist das "Elterncafe", mit dem versucht wird, bildungsferne Eltern bzw. solche mit Migrationshintergrund an die Grundschule zu binden – ein viel versprechender Ansatz, wie die Erfahrung zeigt.
  • Auch mit dem Jugendkulturzentrum der Stadt Aschaffenburg (Jukuz) arbeitet die Kolpingschule erfolgreich zusammen. Besonders für die Kinder die zu Beginn schlecht oder überhaupt nicht Deutsch sprechen, werden von Jukuz und Schule Projekte angeboten, die den Kindern neben Spaß und Freude auch soziale Kompetenzen und Sprachfertigkeit vermitteln.

Neben diesen "großen" Kooperationen gibt es an der Kolpingschule auch viele kleine. So gibt es u. a. eine pensionierte Lehrerin, die unendgeldlich den Schülerinnen und Schülern vorliest – ein Gewinn gerade für diejenigen Kinder, die selber wenig Deutsch sprechen bzw. in deren Familien kaum oder gar kein Deutsch gesprochen wird.

Ziel der Kolpingschule in Aschaffenburg ist es, eine Ganztagsschule zu werden, was zwar von der Stadtverwaltung begrüßt wird, aber beim Schulamt auf Widerstand stößt. "Ganztagsschule - nicht Ganztagsbetreuung - das wäre optimal", so Petra Münzel, "dann könnten wir unsere Schülerinnen und Schüler noch besser motivieren, unterrichten und integrieren."

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