Transparenz auch bei verarbeiteten Eiern
Zum 1. Januar 2004 wurde die obligatorische Kennzeichnung der Haltungsform auf Schaleneiern und Eierkartons eingeführt. Seitdem gilt: Kein Ei mit der drei!
Die Möglichkeit, Tierschutz mit dem Einfkaufskorb zu betreiben, wird von Verbraucherinnen und Verbrauchern ausgiebig genutzt: der Marktanteil von Eiern aus artgerechter Haltung steigt stetig an, inzwischen stammen knapp 60 % der verkauften Eier aus Boden-, Freiland- oder Biohaltung. Viele Supermärkte stellen sich auf die Wünsche ihrer Kunden ein und bieten keine Eier aus Käfighaltung mehr an.
Trotzdem stammen noch 70 % der in Deutschland produzierten Eier aus der Legehennenbatterie. Schuld daran ist, dass gefärbte Eier und eihaltige Produkte bislang von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen sind. Immerhin landen über die Hälfte aller konsumierten Eier in verarbeiteten Lebensmitteln wie Nudeln, Kuchen oder Eierlikör. Verbraucherinnen und Verbrauchern fehlt hier die Informationsgrundlage, um sich ihrem Wunsch gemäß für Produkte mit Eiern aus artgerechten Haltungssystemen zu entscheiden. Kein Wunder, dass viele Lebensmittelhersteller den billigen Käfigeiern als Zutat den Vorzug geben.
Deshalb haben Bündnis 90/ Die Grünen die Bundesregierung aufgefordert, die verpflichtende Kennzeichnung der Haltungsform von Legehennen auf alle eihaltigen Produkte auszuweiten. Ankündigungsminister Seehofer, der auf EU-Ebene vollmundig eine Tierschutzkennzeichnung fordert, könnte hier seinen Worten endlich einmal Taten folgen lassen. Schließlich hat er 2006 eine tierschutzpolitische Rückwärtsrolle vollzogen und die von Renate Künast zum 1. Januar 2007 verbotene Käfighaltung wieder zugelassen. Nun muss er wenigstens dafür sorgen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher durch eine umfassende Kennzeichnung die Möglichkeit erhalten, dieser tierquälerischen Haltungsform ihre unfreiwillige Unterstützung zu entziehen.
Wer heute schon sicher gehen will, dass sein gefärbtes Osterei oder die Vollei-Nudeln von glücklichen Hühner stammen, sollte zu Bio-Produkten greifen. Bei Öko-Betrieben sind Freilandhaltung und Bio-Futter vorgeschrieben.
