Grüne Maßnahmen zur Bekämpfung von Medienabhängigkeit.
Medien sind fester Bestandteil unseres Alltags geworden. Was wir auch tun, Medien sind fast immer daran beteiligt, und nicht selten sind wir auf sie angewiesen, sei bei der Arbeit oder in der Freizeit. Zwei gegenläufige Entwicklungen kann man dabei beobachten: Zum einem werden wir im unserem Medienkonsum immer freier sowohl, was die Wahlmöglichkeiten die Inhalte betreffen angeht, als auch bei unserer individuellen Zeitplanung. Gleichzeitig machen bestimmte Medienformen inzwischen immer mehr Menschen unfrei, nämlich dann, wenn es diesen nicht mehr gelingt, ihre Mediennutzung selbstbestimmt zu gestalten.
Medienabhängigkeit als neueres Phänomen
Hintergrund sind die alarmierenden Berichte und Zahlen über Medienabhängige in Deutschland. Gerade im Internet wird für viele aus exzessivem Medienkonsum schnell Sucht. Hiervor müssen wir insbesondere unsere Kinder und Jugendlichen schützen. Klar ist längst: Medienabhängigkeit zeigt die gleichen Symptome, wie wir sie auch von anderen Süchten kennen. Es ist daher unerlässlich, dass Betroffene ausreichend Beratungs- und Therapiemöglichkeiten erhalten.
Medienabhängigkeit kann die unterschiedlichsten Formen annehmen. Computersucht, Computerspielsucht, Internet- bzw. Onlinesucht, Onlinespielsucht, Chatsucht, Onlinesexsucht, Handysucht sind die gängigsten Formen. In Deutschland gelten mittlerweile über eine Million Menschen als onlinesüchtig oder onlinesuchtgefährdet. Doch Medienabhängigkeit ist bisher nicht als eigenständige Sucht anerkannt. Es fehlt zudem an umfassender Forschung und Problembewusstsein in der Öffentlichkeit.
Die Fraktion sieht daher Handlungsbedarf und hat sich u.a. auf folgende Maßnahmen zur Bekämpfung der Medienabhängigkeit geeinigt:
- Für Minderjährige soll aus Gründen des Jugendschutzes die wöchentliche Spielzeit von Online-Rollenspielen begrenzt werden.
- Für Online-Rollenspiele sollen Warnhinweise, die auf das Suchtpotential hinweisen, sowie Spieldauereinblendungen verpflichtend gemacht werden.
- Medienabhängigkeit muss analog zur Glücksspielsucht als eigenständige Suchtform durch die Weltgesundheitsorganisation anerkannt werden.
- Die Beratungs- und Therapiemöglichkeiten für Medienabhängige müssen ausgebaut werden.
- Die Vermittlung von Medienkompetenz muss schulisch und außerschulisch gesteigert werden. Hier stehen Eltern, Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, aber auch die Arbeitgeber in der Pflicht.
