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Green Car Concept | 04.04.2008

"Premium"-Autos: Sparsam und umweltverträglich

Diskussionsveranstaltung am 3.4. in Leipzig

Auf einer Diskussionsveranstaltung der grünen Bundestagsfraktion im Vorfeld der Automobilmesse International (AMI) in Leipzig im Rahmen einer Veranstaltungsreihe zum Thema Green Car diskutierten Fraktionsvorsitzende Fritz Kuhn MdB, der Präsident des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VdIK), Volker Lange, Dr. Thomas Becker von der BMW AG und Roland Gerschewski, Geschäftsführer der indicar GmbH, die einen "New Trabi" bauen will, moderiert von Bernd Hilder, Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung.

Winfried Hermann, der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion, wies in seiner Einleitung auf den Rahmen der Veranstaltung hin. Steigende Ölpreise und die Umwelt- und Klimaproblematik der heutigen Automobile müssten dringend zu einem Umdenken führen, zumal sich die Zahl der weltweit fahrenden Autos in den nächsten 20 Jahren verdoppeln wird. Wenn wir in Zukunft noch Auto fahren wollen, müssen wir daher heute die Alternativen entwickeln.

Dr. Thomas Becker, Fritz Kuhn, Bernd Hilder, Volker Lange, Roland Gerschewsiki

Fritz Kuhn kritisierte, dass die deutsche Automobilindustrie immer noch zu wenig für ökologisch verträgliche Automobile tut. Während die IAA in Frankfurt als grüne Autoshow inszeniert wurde, setzt sich die Industrie – unterstützt von der selbst ernannten Klimakanzlerin Merkel – in Brüssel dafür ein, dass die CO2-Grenzwerte für die deutsche Autoindustrie aufgeweicht wird. Das ist nicht ehrlich. Außerdem muss endlich ein Tempolimit auf Autobahnen her, sagte Kuhn. Der Begriff "Premium-Auto" müsse umdefiniert werden: In Zukunft seien es nicht mehr die Autos, die am größten, schnellsten und schwersten seien, sondern sparsame, umweltgerechte Fahrzeuge mit gutem Komfort.

Dr. Thomas Becker, der für politische Beziehungen im BMW-Konzern zuständig ist, zeigte sich hingegen dankbar für die politische Unterstützung der Kanzlerin in Brüssel. Es dürfe nicht sein, dass die deutschen Automobilunternehmen überproportional zur Reduktion des CO2 beitragen müssten. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Industrie mehr Zeit brauche, um die Anforderungen umzusetzen.

Volker Lange sagte, dass Mobilität auch in Zukunft bezahlbar sein müsse. Dies habe der Verbraucher auch selbst in der Hand, z.B. durch sprit sparendes Fahren. Auf der AMI, die vom VdIK veranstaltet wird, werden schon im siebten Jahr Spritspartrainings angeboten. Es herrsche zudem auf Grund der Klima- und Umweltdebatte große Unsicherheit im Markt. Insbesondere private Autokäufer hielten sich zurück. Daher bräuchte es schnell eine Kfz-Steuerreform, die Anreize für den Kauf neuer Autos biete, die deutlich weniger verbrauchen, als der Durchschnitt der Fahrzeuge, die heute in Deutschland unterwegs sind. Am besten wäre ein Prämienmodell für das Verschrotten alter Fahrzeuge.

Roland Gerschewski ist davon überzeugt, dass heutige Autos zu schwer gebaut sind, weil sie zu viele Komponenten enthalten, die eigentlich überflüssig sind. Je geringer das Gewicht, desto weniger Antriebsenergie müsse dafür zur Verfügung gestellt werden.

Einig war man sich, dass die Autos in Zukunft ohne Öl fahren werden. Allerdings blieben Herr Becker und Herr Lange die Antwort schuldig, welche Konsequenzen daraus zu ziehen seien. Fritz Kuhn meinte, die Politik solle nicht über die Technik entscheiden. Er sieht allerdings große Chancen für einen steigenden Anteil von Elektromobilität, z.B. mit der Hybridtechnik. Wenn der Strom dafür z.B. aus Biomasse mit Kraft-Wärme-Kopplung genutzt würde, wäre das aus heutiger Sicht der klimafreundlichste Weg für das Auto der Zukunft.

 

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