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MdB der Woche | 01.04.2008

Ute Koczy

Ute Koczy, 46 Jahre, empirische Kulturwissenschaftlerin, geboren in Heidenheim an der Brenz, glücklich verheiratet, lebt in Lemgo, NRW. Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen seit 1983. Bundestagsabgeordnete seit 2005. Fraktionssprecherin für Entwicklungspolitik.

Gibt es etwas, worüber du dich in letzter Zeit gefreut und/oder geärgert hast?

Gefreut hat mich, dass beim Kampf gegen Rechts und Neonazis die große Koalition uns Grünen folgt und es endlich Chancen auf ein Verbot des rechtsextremen Vereins "Collegium Humanum" in Vlotho gibt.

Schockiert bin ich über die Arroganz und den Machtanspruch der chinesischen Regierung gegenüber der tibetischen Kultur und dem Dalai Lama. Die Proteste in Tibet und die gewaltsame Niederschlagung sprechen von einer fortwährenden Unterdrückung und Diffamierung. Hier darf der Sport im Jahr der Olympiade nicht schweigen und zur Tagesordnung übergehen. Ich unterstütze die Forderung nach einer unabhängigen Kommission zur Untersuchung der Ereignisse in Tibet.

Als du klein warst, wolltest du unbedingt was werden?

Robinson Crusoe oder ein Waldläufer wie Lederstrumpf und Chingachgook

Welches Buch liest du gerade?

Jordi Sierra i Fabra: Tod in Havanna; Jung Chang: Wilde Schwäne; Paul Collier: The Bottom Billion; P.D. James: A certain justice – ich lese gerne an verschiedenen Orten unterschiedliche Bücher

Welchen Film hast du zuletzt im Kino gesehen?

"Nichts als Gespenster", Geschichten nach Judith Hermann. Das ist mal was Feines: Beziehungsszenen allerlei Art. Und obendrein– eine wahnsinnig skurrile Geisterjägerin US-amerikanischer Prägung im Niemandsland von Nevada.

Mit wem würdest du gern einmal zu Abend essen und warum?

Harrison Ford – gebraucht wird ein Indiana Jones, der sich auch im wirklichen Leben für die Indianer im Amazonas einsetzt. Wir könnten über die Nichtausbeutung der Ölschätze unter dem Dschungel beraten.

Woran arbeitest du gerade im Bundestag?

 Wie schaffe ich es, dass deutsches Geld in aller Welt sinnvolle, faire und menschenrechtlich einwandfreie Rohstoffprojekte im Öl- und Gasbereich finanziert? Und: Wie komme ich durch eine Sitzungswoche, ohne mir Kreuz und Nacken zu verspannen?

Was war dein bislang schönster Tag im Bundestag?

Der gemeinsame Besuch von uns entwicklungspolitischen PolitikerInnen beim Bundespräsidenten Köhler. So viel Unterstützung und Bestärkung für unsere Arbeit – das haben wir nicht alle Tage.

Wenn ich BundeskanzlerIn wäre, würde ich…

flott alle AKWs abschalten und die Kirche überzeugen, der nächste Papst ist eine Frau!

 

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