Demonstration vor dem Brandenburger Tor
"Schließt endlich die Delfinarien" - unter diesem Motto stand am 9. Mai eine Demonstration und Kundgebung vor dem Brandenburger Tor. Undine Kurth, tierschutzpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion und Mitglied des Wal- und Delfinschutz Forums (WDSF) unterstützt diese Forderungen voll und ganz und sprach sich in ihrer Rede auf der Kundgebung deutlich für ein Haltungs- und Einfuhrverbot für Wale und Delfine aus.
Das Überleben wild lebender Delfin- und Kleinwalpopulationen ist aus vielfältigen Ursachen gefährdet. Durch die Meeresverschmutzung und den Klimawandel verlieren sie an Lebensräumen. Darüber hinaus sterben jährlich etwa 300.000 Wale und Delfine als Beifang in Fischereinetzen und auch als Lebendfang werden sie gezielt gejagt.
Da ein wesentlicher Grund für die erhöhte Nachfrage nach Delfinen auch die in Deutschland (noch) betriebenen Delfinarien ist, fordern wir auch in unserem gestern eingebrachten Antrag "Die Gefangenschaft von Delfinen zügig beenden" (16/9102) die Bundesregierung auf, Delfine und ihre Lebensräume verstärkt zu schützen und engagiert gegen den Lebendfang zu kämpfen. Bis zu einem Haltungsverbot von Kleinwalen, soll sich die Bundesregierung engagiert für ein EU-weites Importverbot von Delfinen und Walen einsetzten.
Nachdem in den 1990er Jahren die Mehrzahl der Delfinarien in Deutschland bereits geschlossen wurde, nahm das Interesse an ihnen seit dem Aufkommen der Delfintherapie wieder zu und resultierte beispielsweise im Ausbau des Delfinariums in Nürnberg und dem geplanten Neubau eines Delfintherapiezentrums auf Rügen.
Allerdings konnte bis heute noch nicht nachgewiesen werden, dass die Therapie mit Delfinen bessere Erfolge erzielt als beispielsweise die Therapie mit domestizierten Tieren wie Pferden oder Hunden, welche wesentlich kostengünstiger und zudem artgerechter ist.
Daher setzen wir uns weiterhin konsequent für Alternativen zur Delfintherapie und für die Schließung der Delfinarien ein.

