Die Klimadiplomaten reisen von Konferenz zu Konferenz, aber für den Klimaschutz bewegt sich fast nichts. Das war die ernüchternde Bilanz der letzten Verhandlungsrunden in Poznan, Bonn und L'Aquila.
Woran hakt es?
Die Industrieländer sind noch immer nicht bereit, sich ihrer Verantwortung für den Klimawandel zu stellen und sich zu der vom Weltklimarat IPCC geforderte Senkung ihrer Treibhausgasemissionen um 25 bis 40% bis 2020 zu verpflichten. Die bisher auf den Tisch gelegten Pläne laufen auf eine völlig unzureichende Emissionssenkung um 10% hinaus. Besonders peinlich: Auch die EU hinkt mit einer Minderungszusage von gerade mal 20% deutlich hinter dem zurück, was die Klimawissenschaftler zur Verhinderung einer katastrophalen Erderwärmung für nötig halten.
Doch ohne Vorreiterrolle Europas werden sich ärmere Länder wie Indien, Brasilien oder China nicht für eigene Klimaschutzanstrengungen gewinnen lassen. Schwellen- und Entwicklungsländer werden außerdem großzügige Unterstützung brauchen, um klimafreundliche Technologien und die Anpassung an den Klimawandel finanzieren zu können. Doch auch hier das gleiche Bild: Von einer entschlossenen Verhandlungsführung der Europäer keine Spur, auch nicht von Seiten der vermeintlichen "Klimakanzlerin" Angela Merkel.
Die Zeit läuft weg
Stattdessen wird auf diplomatischem Parkett Klimaschutzmikado gespielt: Wer sich bewegt verliert.
Keine guten Vorzeichen für die entscheidende Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember, auf der dringend ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll auf den Weg gebracht werden muss. Diese Woche wurde berichtet, dass allein in der EU 2009 schon mehr als 200.000 Hektar Wald durch Waldbrände vernichtet wurden, mehr als im ganzen Jahr 2008. Die Bilder von den Toten und Verwüstungen durch Taifune und Überschwemmungen in Asien laufen stündlich über die Bildschirme. Wenn sich die Klimadiplomaten nicht bald eines besseren besinnen, werden wir uns auf unserem immer heißer werdenden Planeten auf mehr Hiobs-Botschaften dieser Art einstellen müssen.

