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Kohlekraftwerke | 04.03.2009

Klare Regelungen für CCS-Technik

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Vorrang für Erneuerbare Energien statt CCS-Murks der Bundesregierung.

 

CCS - Hoffnung der Energiekonzerne auf eine Zukunft für die Kohle

Angesichts der fortschreitenden Klimaerwärmung und der damit verbundenen Gefahren gibt es national wie international von einigen Seiten große Erwartungen an die Entwicklung von Technologien zur CO2-Abscheidung und Lagerung (Carbon capture and storage, CCS). Dabei wird das freiwerdende CO2 aus dem Abgas größtenteils abgetrennt, komprimiert, transportiert und in unterirdische Lagerstätten verpresst. Dieses Verfahren wird insbesondere für große fossile Kraftwerke favorisiert. Die CCS Technologie ist auch in Deutschland nicht nur der Hoffnungsträger der Energiekonzerne, auch die Bundesregierung setzt massiv darauf und hofft allein durch die mögliche Option auf CCS die Kohleverstromung auch in Zeiten des Klimawandels über Jahrzehnte zu erhalten. Bislang allerdings ist dies nicht viel mehr als eine vage eine Hoffnung. Sicher ist aber heute schon, dass CCS nicht vor 2020 zur Verfügung stehen wird. Nach Einschätzung von Experten wird sich erst danach entscheiden, ob CCS im großtechnischen Maßstab in der Praxis eingesetzt werden kann.

Unsere Energiezukunft ist 100 Prozent erneuerbar

Selbst mit einer funktionierenden CCS-Technologie bleibt die Kohleverstromung eine stark gesundheits- und umweltschädliche Form der Stromerzeugung. Bei der Verbrennung oder Pyrolyse von Kohle werden trotz moderner Filteranlagen große Mengen an Luftschadstoffen freigesetzt, wie zum Beispiel Feinstäube und Schwermetalle. Der Bergbau schädigt die Umwelt und vernichtet wertvolle Lebens- und Naturräume. Durch Tagebaue verlieren Menschen ihre Heimat und für den Kohleabbau müssen Milliarden Kubikmeter Grundwasser aus den betroffenen Regionen gepumpt werden.

Für Bündnis 90/Die Grünen liegt die Zukunft der Energieversorgung zu 100 Prozent bei den Erneuerbaren! Auf dem Weg zu diesem Ziel braucht Deutschland keine neuen Kohlekraftwerke – weder mit noch ohne CCS. Im Gegenteil, eine Energiewirtschaft, die in erheblichem Umfang neue Kohlekraftwerke baut, hat keinerlei ökonomisches Interesse an Konkurrenz durch erneuerbare Energien und wird deren beschleunigten Ausbau verzögern und verhindern. Bedenklich ist auch, dass die hohen finanziellen Aufwendungen für die CCS Technologien zur Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien fehlen. CCS ist eine "End-of-Pipe-Technologie" und führt nicht zu einer dringend erforderlichen strukturellen Erneuerung der Energieversorgung. Keinesfalls darf die CCS-Technik deshalb den Ersatz fossiler durch erneuerbare Energien behindern.

Mehr offenen Fragen als Lösungen

CCS wirft eine Reihe von Fragen und Problemen auf, zu denen es bislang überhaupt keine oder nur unbefriedigende Antworten gibt. Diese Fragen müssen bei der Entwicklung und Erprobung der CCS-Technologie geklärt werden. Fragen, wie z.B. nach geeigneten Lagerstätten in Deutschland, nach der überhaupt nutzbaren Kapazität oder den Möglichkeiten einer sicheren Einlagerung und Überwachung sind völlig offen. Eine CO2 Speicherung fordert außerdem eine immense Logistik. Pro Kraftwerk und Jahr müsste mit 1 bis 10 Millionen Tonnen CO2 gerechnet werden, die in einen flüssigen Zustand versetzt und dann an die Lagerstätte gebracht werden müssen. Auch ist CO2 ist in der hohen Konzentration, in der es bei der Abscheidung entsteht, für Menschen und Tiere ein tödliches Gift, was extrem hohe Anforderungen an Zwischenlagerung und Transport stellt. Die Abscheidung des CO2 kostet auch zusätzliche Energie, d. h. der Wirkungsgrad von Kohlekraftwerken wird noch schlechter, als er ohnehin schon ist und der Kohleverbrauch wird weiter ansteigen.

Dennoch keine leichtfertige Ablehnung von CCS

Angesichts der immer alarmierenderen Vorhersagen über die Auswirkungen des Klimawandels wäre es leichfertig, eine Technologie zur CO2-Reduzierung von vornherein auszuschließen, auch wenn noch viele Fragen offen sind und sie das Problem nicht grundsätzlich behebt. Völlig offen ist auch, ob Staaten wie China und Indien ihren Anteil an den Klimaschutzanstrengungen leisten können und wollen, wenn ihnen diese Technologie nicht zur Verfügung stehen wird. Ebenso offen ist, ob sie überhaupt auf diese Technologie setzen wollen. Für uns ist aber klar, die Entwicklung und Erprobung der CCS-Technologie muss in erster Linie eine unternehmerische Entscheidung der Energieerzeuger sein, um künftig möglicherweise ihre Kosten für CO2-Zertifikate senken zu können. Angesichts der Milliardengewinne durch die Einpreisung gratis erhaltener Zertifikate stehen den Energiekonzernen in erheblichem Umfang Mittel bereit, die sie für die CCS-Forschung ausgeben können. Finanzielle Aufwendungen für die CCS-Technik dürfen außerdem nicht zu Lasten der Forschung und des Ausbaus von erneuerbaren Energien gehen.

Lesen Sie weiter: Grüne Position: CCS nur in einem klarem Rechtsrahmen

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