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Kopenhagen | 25.11.2009

Jetzt oder nie!

Die Erde heizt sich weiter auf

Der Klimawandel gönnt sich keine Pause, im Gegenteil: Aktuelle Satellitendaten belegen, dass der Klimawandel unvermindert voranschreitet. Das Eis in Arktis und Antarktis schmilzt schneller als erwartet. Zum Jahr 2100 wird der weltweite Anstieg der Meeresspiegel wahrscheinlich mindestens doppelt so hoch sein wie er vom IPCC bislang prognostiziert worden war. Durch den Schmelzwasserzufluss von Eisschilden und Gebirgsgletschern könnte der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 global um mehr als einen Meter ansteigen. Sogar bis zu zwei Meter wären möglich. Nach 2100 muss dann mit einem weiteren Anstieg gerechnet werden.

Ohne Gegensteuern kommt der Temperaturanstieg früher und stärker als erwartet

Der aktuelle wissenschaftliche Sachstand zeigt, dass die Erderwärmung ohne entschlossene Gegenmaßnahmen deutlich früher und heftiger verlaufen könnte, als bislang vorherberechnet. So könnte die weltweite Durchschnittstemperatur bis 2100 sogar um bis zu sieben Grad steigen, wenn der CO2-Ausstoß nicht drastisch gesenkt wird. Würde der Welt ein Budget an Klimagas-Emissionen zur Verfügung gestellt, um die Erderwärmung langfristig auf zwei Grad zu begrenzen, blieben nach derzeitigem Kenntnisstand für die Jahre 2010 bis 2050 noch rund 650 Milliarden Tonnen an möglichem CO2- Emissionen. Bliebe es also beim "business as usual"-Pfad und würden unverändert viel Treibhausgase in die Atmosphäre entlassen, würde dieses Budget dagegen nur noch für maximal zwanzig Jahre reichen, 2030 dürfte dann nichts mehr emittiert werden.

Je später die Trendwende bei den Emissionen, desto wackliger das 2 Grad Ziel

Bis 2050 müssen die jährlichen Pro-Kopf-Emissionen an CO2 auf unter eine Tonne sinken - das wären 80 bis 95 Prozent weniger als der Pro-Kopf-Ausstoß in den Industrieländern im Jahr 2000. Wenn wir die Trendwende bei den Emissionen bis 2015 schaffen, dann müssen wir 5,3 Prozent weitere Minderung jedes Jahr erreichen, schaffen wir die Trendwende bei den Emissionen erst bis 2020 dann müssen wir schon 9 Prozent weitere Minderung jedes Jahr schaffen. Mit anderen Worten, in jedem Jahr, in dem nichts unternommen wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die 2 Grad überschritten werden.

Überschreiten von Kipppunkten bringt irreversible Schäden

Ohne entschlossenes Handeln riskieren wir außerdem heute Schäden, die nicht mehr rückgängig zu machen sein werden. Sollte die Erwärmung in diesem Jahrhundert ungebremst weiter gehen, könnten kontinentale Eisdecken oder der Regenwald im Amazonasgebiet für immer verloren gehen. Das Risiko, kritische Schwellen, sogenannte Kipppunkte zu überschreiten steigt mit anhaltendem Klimawandel steil an. Je länger wir also warten, umso größer ist die Gefahr, dass diese Kipppunkte überschritten werden, bevor man sie überhaupt als solche erkannt hat.

Noch in diesem Jahrhundert: "Nullemissionsgesellschaft" für Treibhausgase

Das Ziel für Kopenhagen ist klar: Die weltweiten Emissionen müssen zwischen 2015 und 2020 ihre Höchstwerte erreichen und dann schnell abfallen, damit die weltweite Erwärmung auf ein Maximum von 2 Grad begrenzt werden kann. Es muss außerdem gelingen, in diesem Jahrhundert eine weltweite "kohlenstofffreie Gesellschaft" zu etablieren, in der Emissionen an Kohlendioxid- und anderen langlebigen Treibhausgasen auf fast Null reduziert ist.

 

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