Kein Klimaschutzabkommen ohne angemessene Finanzzusagen
Der von der europäischen Kommission vorgeschlagene europäische Beitrag von bis zu 15 Milliarden Euro jährlich für den internationalen Klimaschutz ist ist nicht viel mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Das wird vor allem dann sehr schnell deutlich, wenn man diese Summe mit den europäischen Ausgaben zur Förderung fossiler Energieträger in Relation setzt. Laut einer Studie des Fördervereins Ökologische Steuerreform, die im Auftrag des Deutschen Naturschutzrings (DNR e.V.) erstellt wurde, subventioniert die EU allein die Energieerzeugung aus Kohle jährlich mit mindestens 12 Milliarden Euro. Zusammen mit den EU-Subventionen für die Förderung der Atomenergie kommen so jährlich allein 23 Milliarden Euro zusammen, die in Technologien von gestern gesteckt werden.
Weltweit Milliarden für Kohle und Öl
Vom 7. bis bis 18. Dezember 2009 findet in Kopenhagen die entscheidende Klimakonferenz statt, doch noch immer ist von einem Durchbruch keine Spur. Neben der zentralen Frage der Minderungsziele bis 2020 gibt es vor allem auch hinsichtlich der Frage der Finanzierung des weltweiten Klimaschutzes, zum Beispiel von Anpassungsmaßnahmen und Technologietransfer keinen Fortschritt. Dabei ist das Geld eigentlich da, es wird nur falsch ausgegeben. So werden von den Staaten der Erde nach anerkannten Schätzungen jährlich bis zu 300 Milliarden US-Dollar dafür aufgewendet, Kohle und Öl künstlich zu verbilligen. Das ist deutlich mehr als die weltweiten Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit und die Summe liegt sogar deutlich über den bislang veranschlagten 100 Milliarden Euro, die jährlich für den internationalen Klimaschutz im Rahmen eines Kyoto- Nachfolgeabkommens aufgebracht werden müssen.
Globaler Klimaschutz kostet deutlich mehr
Die Kosten für Technologietransfer und Anpassung an den Klimawandel können nach neuen Berechungen vermutlich sogar noch deutlich höher sein, als bislang veranschlagt. Bisher gingen die Vereinten Nationen von Kosten in einer Größenordnung von etwa 100 Milliarden Euro jährlich aus. Nach dem aktuellen World Economic and Social Survey 2009 der UN müssen Entwicklungs- und Schwellenländer jährlich sogar mit 500 bis 600 Milliarden Dollar (bis zu 400 Milliarden Euro) unterstützt werden, damit diese die Folgen des Klimawandels abfedern und zugleich wirtschaftlich klimafreundlich wachsen können.

