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Fußball | 14.06.2011

Frauen- und Mädchenfußball stärken

Weltmeisterschaft gesellschaftspolitisch nutzen

Die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 in Deutschland ist eine Chance, wichtige gesellschaftliche Entwicklungsimpulse im Bereich Sport-, aber auch in der Geschlechter-, Integrations-, Umwelt- und auswärtigen Kulturpolitik zu setzen. Durch ihre Erfolge kann die Frauen-Nationalmannschaft eine Vorbildfunktion für Mädchen einnehmen. Frauenfußball hat in den vergangenen Jahren eine deutliche Aufwertung erfahren, dennoch kann wie in vielen anderen Bereichen von Chancengleichheit noch keine Rede sein. Dies wird beispielsweise auch an den Spielerinnengehältern deutlich.

Bedeutende integrationspolitische Wirkung

Sport kann eine bedeutende integrationspolitische Wirkung haben, Programme für Frauen und Mädchen insbesondere mit Migrationshintergrund im Sport bedürfen noch immer der Stärkung, da der Zugang zum Sport nicht immer in angemessener Form möglich ist. Mit ihrem ambitionierten Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzept "Green Goal" soll die WM die erste klimafaire Sportgroßveranstaltung werden. Ein Kulturbegleitprogramm an den Spielorten soll lokale Organisationen aktiv einbeziehen.

Die "Welcome-Tour" der Organisationskomitees führte mit Claudia Roth als Delegationsleiterin auch nach Nord-Korea: Sport kann Türöffner für diplomatisch schwer zu erreichende Länder sein. Die öffentliche Aufmerksamkeit für die WM müssen wir gemeinsam nutzen, um einer Verstetigung gesellschaftspolitisch begrüßenswerter Tendenzen in den oben genannten Feldern den Weg zu ebnen. In diesem Zusammenhang brauchen wir beispielsweise eine bessere Vernetzung von Schulen und Sportinitiativen, mehr weibliche Entscheidungsträgerinnen im Sport oder mehr Sendezeit für den Frauenfußball im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Um die Integrationspolitische Bedeutung des Sports zu stärken, sollten wir explizit auf Migrantinnen als Multiplikatorinnen setzen. Wir brauchen mehr Unterstützung für das Programm "Integration durch Sport" und insbesondere für mehr regelmäßige Anti-Diskriminierungs-Schulungsmaßnahmen für ÜbungsleiterInnen.

Wir wollen, dass Nachhaltigkeitskriterien, wie die der Frauenfußball-WM für alle Sportgroßereignisse verbindlich gemacht und kontinuierlich ausgebaut werden. Verstärkt sollten auch kulturelle Begleitprogramme zu internationalen Sportveranstaltungen gefördert werden, um die sich bietenden Chancen des interkulturellen Dialogs und Austauschs zu nutzen. Die Bundesregierung sollte außerdem Verbände verstärkt unterstützen, sportliche Kontakte auch zu Ländern aufzubauen, zu denen die üblichen Wege des politischen und diplomatischen Kontakts verschlossen oder stark eingeschränkt sind.

 

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