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Rund 50 VertreterInnen von Bündnis90/Die Grünen, Umwelt-, Agrar- und Verbraucherverbänden zogen am 18. Mai vor die Tore von BASF in Ludwigshafen, um mit einer riesigen aufblasbaren Kartoffel und gefärbtem Kartoffelbrei gegen die Gen-Kartoffel Amflora zu protestieren. Denn klar ist: Gen-Kartoffeln werden weder für die Lebensmittelproduktion noch für industrielle Zwecke gebraucht. Niemand braucht Amflora – konventionelle Alternativen mit genau der gleichen Stärke-Zusammensetzung wie Amflora sind bereits auf dem Markt. Die Chancen der EU-Landwirtschaft und der Agrarforschung liegen in der Entwicklung und Förderung einer nachhaltigen und gentechnikfrei wirtschaftenden Landwirtschaft – und nicht bei Gentech-Produkten wie Amflora.
Die Protestler übergaben dem BASF Geschäftsführer Peter Eckes eine gemeinsame Resolution, die den Stopp von Anbau und Vermarktung von Amflora fordert – vor allem weil langfristig eine Verunreinigung der Lebens- und Futtermittelkette nicht zu vermeiden sei. Zudem trage Amflora ein Gen, das ihr Resistenz gegen therapeutisch wichtige Antibiotika vermittelt. Derartige Konstrukte sind laut EU-Gentechnikrecht jedoch ein Auslaufmodell, zudem wurde Amflora auch nicht hinreichend auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft. Aus diesen Gründen will ein breites Bündnis von über 40 Umwelt-, Verbraucher- und Anbauverbänden Klage vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die Amflora-Zulassung einreichen. Der BUND, der die Klage mit unterstützt, fordert die Bundesregierung auf, dem Beispiel Österreichs zu folgen und den Anbau von Amflora zu verbieten. Die schwarz-gelbe Koalition jedoch bleibt stramm auf "Amflora-Kurs": Erst vor wenigen Wochen lehnte sie einen entsprechenden Antrag von Bündnis90/Die Grünen im Bundestag ab.