Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Springe direkt zu: ContentbereichHauptnavigationSuche


Logo der BundestagsfraktionUns geht's ums Ganze

ServiceNavigation


Suche


Hauptnavigation


Sie sind hier:

 
  1. Startseite
  2.  Artikel

13. Juli 2006

Miteinander der Generationen

Das wirkliche Neue an der demografischen Entwicklung, so wie sie sich derzeit gestaltet, ist nicht das Älterwerden der Menschen, sondern erstmals eine völlig neue Schichtung der Generationen. Wir kannten bisher nur das Bild der wenigen Alten und vielen Jungen. Diesen Gesellschaftsaufbau wird es so nicht mehr geben. Weniger junge Menschen werden mit mehr älteren Menschen neue Formen des Zusammenlebens entwickeln und weniger erwerbstätige Menschen werden mehr Nichterwerbstätige finanzieren. Das erfordert ein Umdenken auch im Miteinander von Alt und Jung.

Dialog der Generationen fördern

Bei dem viel beschworenen Generationen"konflikt" handelt es sich um einen Mythos, der so nicht existiert. Auch heute leben viele erwachsene Kinder im Umfeld ihrer Eltern, haben regelmäßigen Kontakt zu ihren Großeltern und Eltern und kümmern sich um sie. Insgesamt ist der Familienzusammenhalt in Umfragen immer noch größer als in so manchen Berichten dargestellt, auch wenn es aufgrund wachsender Mobilität und Beruftätigkeit andere Entwicklungen gibt.

Allerdings haben außerhalb des familiären Kontexts die Generationen weniger miteinander zu tun; Freundschaften über Generationsgrenzen hinweg sind eher selten. Das liegt in erster Linie an der Trennung der Lebenswelten. Jung und Alt haben unterschiedliche Milieuerfahrungen und suchen für sich spezifische Einrichtungen auf. Diese Stereotypen lösen sich erst im direkten persönlichen Umgang auf. So kommen den weit über 10.000 geschätzten, vor allem zivilgesellschaftlichen Projekten, die einen spezifischen Erlebnisraum für Jung und Alt bieten, besondere Bedeutung zu. Hier stehen vor allem die gemeinsamen Chancen im Vordergrund. Gerade hier ist Politik gefordert, der Staat kann zwar kein positives Generationsverhältnis diktieren, er kann aber neben der kurzfristigen Stimulierung des Generationendialogs durch Unterstützung von Projekten und Programmen langfristig gemeinsame Lebensräume für Generationen fördern.

Internet als ein Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe

Eine zunehmend wichtige Rolle bekommt hierbei die gleichmäßige breite Verteilung von Medienkompetenz über alle Generationen hinweg. Es gilt, die digitale Spaltung zwischen Jung und Alt zu überwinden. Während fast alle jungen Menschen unter 25 Jahren in Deutschland Zugang zum Internet haben und nutzen, sind es unter den über 50-Jährigen derzeit noch weniger als ein Drittel.

Hier liegt noch ein gewaltiges Potenzial an ungenutzten Möglichkeiten für soziale Interaktion und Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen, die sich zunehmend ins Internet verlagern: Einkaufsmöglichkeiten, Kommunikation mit Behörden und Dienstleistern, aber auch politische Teilhabe über Foren etc. Im Netz tritt zudem das Alter der Teilnehmenden völlig in den Hintergrund. Positive Begleiterscheinungen zeichnen sich ab: Geringere Vereinsamung und größere Unabhängigkeit für Menschen, die in ihrer Mobilität beeinträchtigt sind.

Generationengerechtigkeit und Chancengleichheit sichern

Und nicht zuletzt gehört zum Miteinander der Generationen auch die Sorge darum, wie wir den Kindern das Land hinterlassen und deshalb gehört auch die Diskussion über die öffentlichen Finanzen, die Verschuldung und die künftige Daseinsvorsorge auf die politische Agenda, wenn es um Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit geht.

Ebenso ist gesellschaftliche Teilhabe, Partizipation und Mitsprache der Kinder und Jugendlichen unter veränderten Bedingungen sicherzustellen.

Zusätzliche Information