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13. Juli 2006

Veränderungen in ländlichen Regionen

Um auch in Zukunft Teilhabe und Versorgung im ländlichen Raum gewährleisten zu können, ist es wichtig, zunächst eine Bestands- und Problemanalyse gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort durchzuführen: Welche Grundversorgung mit Infrastruktur, aber auch mit Bildung, Kultur, medizinischen Leistungen und Einzelhandel braucht eine Region auch in Zukunft? Und wie kann sie gewährleistet werden? Wer kann welche Aufgaben übernehmen? Wie kann gesellschaftliches Engagement weiter ausgebaut und gefördert werden? Hier wird es keinen pauschalen, für alle Regionen gültigen Lösungsweg geben. Vielmehr geht es darum, regionale Besonderheiten und Potenziale aufzugreifen und innovative Lösungen für die speziellen Verhältnisse vor Ort zu entwickeln.

Lebensqualität durch innovative Lösungen sichern

Durch regionale Kooperationen können gemeinsam neue Mobilitätssysteme, wie "fahrende Verwaltung", "mobile Pflege", "Bibliotheksbusse" und "Rufbusse" betrieben werden. Chancen entstehen auch durch die Verteilung von Einrichtungen wie "Gemeinschaftsläden", "Ärztecentern" und "Gemeinschaftszentren" über die Region. Interessante Maßnahmen können bei Schulen auch "jahrgangsübergreifende Lernen" sein.

Auch E-Government und leicht zugängliche, barrierefreie Internet- und Medienangebote sollten in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle zugewiesen werden. Sie können helfen, den steigenden Individualverkehr in Grenzen zu halten. Sie können mangelnde Mobilität von Älteren und Menschen mit Behinderung teilweise kompensieren und zum Erhalt der Lebensqualität beitragen, auch wenn aufgrund sinkender Bevölkerungszahlen die nicht-virtuelle Daseinsvorsorge eingeschränkt werden muss. Der ländliche Raum darf auch deshalb nicht abgeschnitten sein vom Anschluss an moderne Technologien. Die schnellen Übertragungsmöglichkeiten durch Breitbandanschlüsse sind eine Möglichkeit, damit der ländliche Raum den Anschluss nicht verliert.

Zunehmend muss sich der ländliche Raum als Experimentierfeld begreifen. Dabei kann sich erweisen, dass eine Region durch Schrumpfung auch an Attraktivität gewinnen kann: zum Beispiel durch die Neuentwicklung und Vernetzung ökologisch-touristischer Naturlandschaften oder durch die gezielte Förderung alternativer Wohn- und Lebensformen. Mit dem notwendigen Gestaltungswillen kann es gelingen, Lebensqualität im ländlichen Raum trotz Schrumpfung zu erhalten.

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