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13. Juli 2006

Demografischer Wandel und Ökologie

Eigentlich klingt die Formel "wir werden weniger" und damit verbrauchen wir auch weniger Ressourcen und Fläche äußerst einleuchtend und verlockend. Leider gibt es hier keinen Automatismus, sondern Herausforderungen, denen es sich zu stellen gilt. Dann kann die Schrumpfung der Bevölkerung tatsächlich einen Beitrag zur Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen leisten.

Nachhaltige Politik voranbringen

Die Ressourcen, die auf der Erde zur Verfügung stehen, sind beschränkt und der Belastbarkeit der natürlichen Lebensgrundlagen sind Grenzen gesetzt. Die Chancen, die auch im demografischen Wandel stecken, können nur genutzt werden, wenn es uns gelingt, die Produktivität vom Ressourcenverbrauch abzukoppeln und auf nachhaltig gewonnene erneuerbare Ressourcen umzustellen. Es gilt weiterhin, den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben und gleichzeitig auf mehr Effizienz und Energieeinsparung zu setzen. Einhergehen muss dieses mit einer optimalen Nutzung dieser Ressourcen. Elementar ist es, die Abfallprodukte als Rohstoffe wieder zu verwenden. Die Frage ist also, wie schaffen wir eine funktionierende Kreislaufwirtschaft? Wie schaffen wir einen nachhaltigen Konsum?

Ein ungelöstes ökologisches Problem stellt die Flächenversiegelung dar. Durch die Veränderungen in den Lebensformen - mehr Singles, mehr allein stehende Ältere und Verstärkung der Kleinfamilie - ist eher mit einer Zunahme von Einzelhaushalten zu rechnen. Wachstum und Schrumpfung verbinden sich mit räumlichen Entmischungsprozessen. Wie reagiert die Wohnungswirtschaft darauf? Findet die demografische Entwicklung Eingang in Verkehrsplanung und Infrastrukturplanungen oder lautet hier das Motto "Weiter wie gehabt"? Statt einer Abnahme des Individualverkehrs prognostizieren Experten eher eine Zunahme. Kann es gelingen, den Öffentlichen Nahverkehr in den Regionen bei Schrumpfungsprozessen auf heutigem Niveau zu halten oder gar zu verbessern?

Fragen, die deutlich machen, dass vor dem Hintergrund des demografischen Wandels es unsere Aufgabe sein wird, alle Politikereiche daraufhin zu prüfen, ob sie den ökologischen, ökonomischen und sozialen Zielen der Nachhaltigkeit entsprechen.

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