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Die Klimaszenarien für Brandenburg sagen Schlimmes voraus. Schon in 30 Jahren könnten sich große Flächen des als "märkische Streusandbüchse" bekannten Bundeslandes in Steppen verwandelt haben. Beim Ausflug ins Grüne, den viele Berliner und Berlinerinnen in diesem Jahr auf Grund des warmen Wetters schon im April antraten, gehörten dann zukünftig nicht nur Picknickkorb und Handtuch ins Gepäck. Sonnenschirm und Sonnenschutzmittel wären unverzichtbar. Reisebüros, die Safaris und Steppenwanderungen vermarkten, hätten Konjunktur. Der sonnige Süden, er wäre am Wochenende schon bald mit dem Fahrrad erreichbar.
Der Klimawandel schickt also seine Boten voraus. Auch wenn sich viele Kontinentaleuropäer und –europäerinnen an den angenehmen Temperaturen erfreuen, der Preis des Klimawandels ist unberechenbar hoch.

Längst ist klar: Um das Schlimmste zu verhindern, darf die Welt sich nur um maximal zwei Grad erwärmen. Doch die Landesregierung in Brandenburg fördert weiterhin klimaschädliche Kraftwerke. Die Abgeordnete Bärbel Höhn, die zusammen mit dem Frankfurter Oberbürgermeister Martin Patzelt die Diskussion nach dem Film bestritt, fand so auch klare Worte: "42 Prozent aller schädlichen Treibhausgase – allen voran CO2 – pusten deutsche Kraftwerke in die Luft. Es ist unverantwortlich, weiterhin auf Braunkohle zu setzen! Brandenburg hat jetzt schon höhere Emissionen des Klimakillers CO2 als die USA." Sie habe noch als Umweltministerin von Nordrhein-Westfalen die Macht und Einflüsterungen der mächtigen Energielobbys kennengelernt. Hier wäre es Aufgabe der Politik, Widerstand zu leisten und die richtigen Weichen zu stellen. Der Moderator Stefan Kunze fragte nach, ob Höhn die Braunkohle komplett verbieten wolle. Höhns Antwort war ein eindeutiges: "Ja!"
Oberbürgermeister Patzelt pflichtete Bärbel Höhns Argumenten bei, verwies aber auch auf die besonders prekäre Situation des Bundeslandes. Nach der Wende hätten viele Landsleute die Arbeit verloren, da die großen Industrieanlagen dichtgemacht haben. Mit dem Verlust der Arbeit, so Patzelt, wäre auch eine Lebensperspektive weggebrochen: "Unsere Sorgen blockieren uns. Wer seit Jahren keine Arbeit hat, wer Angst vor der nächsten Rechnung haben muss, wer vom Wohlstand ausgeschlossen ist, der hat kein Platz mehr für Visionen. Und darum geht es aber. Wir müssen Visionen entwickeln, in denen wir in Würde und Respekt leben, uns selbst und unserer Umwelt gegenüber." Überein war man sich, dass viele neue Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstanden sind und weiterhin entstehen würden. Selbst Frankfurt (Oder), das über Jahre hinweg Einwohner verloren hat, verzeichnete erstmals einen gegenläufigen Trend aufgrund der drei großen Solarfabriken in der Stadt. Mehr und mehr Arbeitsplätze entstehen in diesem Bereich. Stimmen aus dem Publikum fragten aber nach, wieso es so viele Solarfabriken und so wenig Solardächer in der Stadt gäbe. Patzelt verwies auf den neuen Solarbeauftragten, den sich die Stadt seit zwei Wochen leisten würde: "Es ist seine Aufgabe, die Kommune und die Verwaltungen fit zu machen für den Anspruch, "Solarcity" zu werden."
Doch braucht man wirklich Wohlstand und Geld, um das Klima zu schützen? Ist der Klimawandel eine Sorge auf hohem Niveau?
Eine Brandenburgerin beendete die anregende Diskussion im Frankfurter Kino fast mit einem Gleichnis: "Frau Höhn, ich habe kein Geld, mir eine Solaranlage auf das Dach zu bauen. Ich kann mir auch kein neues, schadstoffarmes Auto leisten. Ich kann deshalb nicht einfach so meinen CO2-Ausstoß reduzieren. Doch ich habe einen Garten, ich wohne in einem Dorf. Ich kann einen Baum pflanzen!"