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Ehrenamt

12. September 2007

Zivilgesellschaft stärken

Millionen von Menschen engagieren sich ehrenamtlich

Im Sinne einer aktiven Zivilgesellschaft muss es darum gehen, ein neues Verhältnis zwischen Staat, Markt und Gesellschaft zu schaffen, in dem Bürgerschaftliches Engagement eine zentrale Rolle spielt. Falsch wäre es, den Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern als Ersatz für professionelle Infrastruktur und staatliche Verantwortung zu begreifen. Bürgerschaftliches Engagement lässt sich nicht einfach einfordern oder diktieren. Die Unterstützung von bürgerschaftlichem Engagement ist für uns vielmehr ein emanzipatorischer Ansatz, der Kreativität und Eigeninitiative der Bürgerinnen und Bürger fördert und von ihnen auch gewollt wird. Einmischung und Beteiligung lassen sich gerade nicht von oben verordnen. Das ist es, was wir immer wieder vor Ort erleben.

Angebote für alle Generationen

Wichtig ist ein kluger Mix zwischen bürgerschaftlichen und professionellen Strukturen. Bürgerschaftliches Engagement gibt es nicht umsonst: So müssen Anlaufstellen wie z. B. Freiwilligenbüros mit professionellen Beratungen aufgebaut und vernetzt werden. Kleinteilige Anschubfinanzierungen und Raumangebote helfen Netzwerken, sich zu etablieren. Der Erfolg von Modellprogrammen, wie seniorTrainerin ("Erfahrungswissen für Initiativen") für Ältere oder die Civil-Academy des Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches  Engagement für Jüngere zeigen, wie wichtig fundierte Fortbildungsangebote sind und welche stimulierte Wirkung sie haben können. Diese gilt es auszubauen und zu verstärken. Eine hervorgehobene Rolle kommt auch der Förderung des bürgerschaftlichen Engagements für  Menschen mit Migrationshintergrund zu.  

Entscheidend ist immer wieder, dass Angebote sich zu engagieren, dem Lebensumfeld der unterschiedlichen Generationen angepasst werden. Lebensumfeld und dem Zeitbedürfnis der jeweiligen Generationen und Geschlechtern entsprechen. Frauen und Männer engagieren sich auf vielfältige Weise und wir brauchen hier die Berücksichtigung des Gender mainstreamings. Bei Kindern und Jugendlichen muss früh auf eine Verzahnung von Schule und Vereinen geachtet werden. Außerdem sind junge Menschen stärker an flexibler Projektarbeit in offenen Formen interessiert, da sie es besser mit ihrem, häufig mobilen, Lebensstil verbinden können. Das gleiche gilt für die mittlere Generation: Neben den beruflichen Belastungen hat sie meist ein geringes Zeitbudget. So ist es schwierig, sich dauerhaft zu engagieren oder überhaupt einen Einstieg ins bürgerschaftliche Engagement zu finden. Flexible Angebote z.B. über Projektdatenbanken im Internet mit persönlich freier Zeiteinteilung würden dieser Altersgruppe ermöglichen, sich häufiger als bisher, zivilgesellschaftlich einzubringen.

Potenziale der Älteren nutzen

Für ältere Menschen beginnt heute mit dem Eintritt in die Rente ein völlig neuer Lebensabschnitt. Viele von ihnen sind fit und haben eine Lebenserwartung von mehr als 20 Jahren. Allein diese Zahl macht deutlich, dass der so genannte "Ruhestand" eine andere Bedeutung bekommt als noch vor Jahren. Die Zeit sinnvoll zu nutzen, sich einzubringen und teilzuhaben am gesellschaftlichen Leben sind Anspruch vieler Menschen dieser Altersgruppe. So zeigte diese Altersgruppe auch beim aktuellen Freiwilligensurvey die größten Zuwachsraten. Mit Hilfe von SeniorInnenbüros vor Ort und gezielten altersgerechten Angeboten lässt sich das Potenzial älterer Menschen noch ausbauen und strukturell verfestigen. Studien belegen außerdem, dass ein aktives Altern die beste Gesundheitsvorsorge ist. Es hilft, geistig rege zu bleiben, beugt der Gefahr des Alleinseins vor und wirkt sich positiv auf den Gesundheitszustand insgesamt aus.

Zunahme des bürgerschaftlichen Engagements

Vor dem Hintergrund der Alterung und Schrumpfung unserer Gesellschaft und der zunehmenden Reduktion öffentlicher Leistungen wird der Bedarf an Freiwilligenarbeit vor Ort stark zunehmen. Falsch wäre es, den Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern einfach als Ersatz für professionelle Infrastruktur und staatliche Verantwortung zu begreifen. Bürgerschaftliches Engagement lässt sich nicht einfach einfordern oder diktieren. Die Unterstützung von bürgerschaftlichem Engagement ist für uns vielmehr ein emanzipatorischer Ansatz, der Kreativität und Eigeninitiative der Bürgerinnen und Bürger fördert: durch bürgernahen Dialog, stärkerer politischer Partizipationsmöglichkeiten, Fortbildungsangeboten und einer dauerhaften Anerkennungskultur.

 

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