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Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihren aktuellen Bericht "Bildung auf einen Blick 2007" vorgestellt. Wichtigste Botschaft: In Deutschland droht der Qualifiziertenmangel. Bereits im Juni zeigte der Bericht des Deutschen Studentenwerkes Erschreckendes zur geringen Studierneigung, der sozialen Undurchlässigkeit und den geringen Chancen von jungen Menschen mit Migrationshintergrund. Der OECD-Bericht mit seinem umfassenden Blick macht die Schwächen nun noch deutlicher.
Die in Deutschland in den nächsten Jahren aus Altersgründen frei werdenden Arbeitsplätze können nicht mit Nachwuchs von den deutschen Hochschulen besetzt werden. Von der notwendigen Höherqualifizierung für einen immer stärker wissensbasierten Arbeitsmarkt ganz zu schweigen. Die Zahl der AbiturientInnen, der Studierwilligen und der Studierenden ist zu niedrig. Angesichts zahlloser Zugangsbeschränkungen, flächendeckender Studiengebühren und ungewissen BAföG-Entwicklung sinkt sie sogar weiter.
Die Zahl der AbbrecherInnen und Ungelernten ist zu hoch. Aber noch immer werden SchülerInnen mit 10 Jahren auf Bildungswege festgelegt. Dementsprechend ist die Zahl von Arbeiterkindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund an den Hochschulen und in der betrieblichen Ausbildung anteilsmäßig viel zu niedrig. Und obwohl alle um die Zusammenhänge wissen, sinken die Zahlen weiter.
Und auch beim Sek-2-Abschluss, also Abitur und Berufsbildungsabschluss, verliert Deutschland bei den Jüngeren entscheidend an Boden. In Deutschland haben bislang 83 Prozent aller 25- bis 64-Jährigen einen solchen Abschluss. Darauf hat sich das deutsche Bildungssystem zu lange ausgeruht: Denn bei den 25- bis 34-Jährigen fällt Deutschland inzwischen auf Rang 16 ab, weil die anderen Staaten ihre Ausbildungsanstrengungen deutlich gesteigert haben.
Die OECD-Studie belegt, dass die Bildungsausgaben in Deutschland weit unter dem OECD-Schnitt liegen und – gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) – prozentual in den vergangenen zehn Jahren zurück gegangen sind. Zahlen allein machen kein gutes Bildungssystem aus. Aber ohne die notwendigen Investitionen kann weder die Qualität noch die Bildungsbeteiligung gesteigert werden. Hier muss die Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern endlich handeln.
Bundesbildungsministerin Schavan nennt Bildung den Schlüssel für die Zukunft unseres Landes ist. Es wird höchste Zeit, dass Bund und Länder diesen Schlüssel endlich gemeinsam nutzen, um so vielen Menschen wie möglich die Türen zur Bildung zu öffnen. In diesem Herbst stehen tatsächlich wichtige Weichenstellungen an:
Für all das haben wir im Parlament Initiativen eingebracht. Es wird Zeit, dass auch die Koalition endlich aktiv wird. Das wäre eine nationale Qualifizierungsoffensive, die den Namen verdient.