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Die Krise auf den Finanzmärkten zieht immer größere Kreise. Banken müssen Milliardensummen abschreiben, und die Börsen stehen international unter Druck. Ihre Funktion, Risiken zu übernehmen, Liquidität bereitzustellen und Investitionen zu finanzieren, haben die Finanzmärkte zuletzt nur schlecht erfüllt. Sie sind im Gegenteil dafür verantwortlich, dass die weltweite Konjunktur einen empfindlichen Dämpfer erleidet. Auslöser der Turbulenzen sind faule US-Immobilienkredite, möglich gemacht haben die Wertvernichtung aber schlechte Regeln und eine lasche Finanzaufsicht.
Kaum ein anderer Markt ist so globalisiert wie der Finanzmarkt. Dennoch hat auch die nationale Politik eine Reihe von Gestaltungsmöglichkeiten. Das Steuer- und Kapitalmarktrecht, Haftungsvorschriften für Manager und Aufsichtsräte sowie die Finanzmarktaufsicht bieten hier Ansatzpunkte.
Die Finanzmarktaufsicht muss unabhängiger werden von der Branche, die sie beaufsichtigt. Sie muss häufiger bereits vor dem Eintreten einer Krise handeln. Und sie muss schlagkräftiger als bisher sein.
Steuerliche Sonderregelungen an den Kapitalmärkten begünstigen Überschwänge auf den Finanzmärkten. Dagegen helfen neue Regeln.
Banken haben Zweckgesellschaften gegründet, um ihre Kreditrisiken in neue Wertpapiere zu verpacken und zu verkaufen. Dadurch wurden die Kreditrisiken für die Finanzmarktaufseher und andere Marktteilnehmer "unsichtbar".
Wir halten am Drei-Säulen-System aus privaten, genossenschaftlichen und öffentlichen Banken fest, wollen aber die Aufgaben der öffentlichen Banken neu ausrichten.
Öffentliche Banken sollen eine Vorreiterrolle bei innovativen und politisch geförderten Ansätzen z.B. bei neuen Formen der Mittelstandsfinanzierung, nachhaltigem Investment oder Klimaschutz einnehmen. Wir sind für eine Fusion der Landesbanken. In diesem Prozess sollen sie ihr Aufgabengebiet straffen.
Die Kontrolle der Geschäftspolitik im öffentlichen Bankensektor muss besser werden. Bei der Besetzung von wichtigen Führungspositionen müssen Kompetenz, nicht Parteibuch entscheiden.
Große und wichtige Finanzinstitutionen wie Hedgefonds, Beteiligungsgesellschaften oder die Zweckgesellschaften der Banken unterliegen nicht der Finanzmarktaufsicht. Eine Reihe von Maßnahmen soll das ändern:
Stabile und leistungsfähige Finanzmärkte sind unverzichtbare Voraussetzung für den Wandel hin zur Grünen Marktwirtschaft. Deswegen brauchen wir bessere Regeln als bisher. Die Bundestagsfraktion hat mit ihrem Positionsbeschluss vom 6. November Vorschläge formuliert, wie diese besseren Regeln aussehen können.