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Spätestens seit die Zahl der Hungernden die Milliardengrenze überschritten hat, setzt sich global die Erkenntnis durch, dass es erheblicher Anstrengungen bedarf, um zu einer global nachhaltigen Landwirtschaft zu gelangen. Dies gilt vor allem vor dem Hintergrund demografischer Veränderungen und der Auswirkungen des Klimawandels.
Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung von heute 6,7 Milliarden auf 9,2 Milliarden Menschen wachsen. Nach Ansicht der Welternährungsorganisation FAO müsste die Produktion von Grundnahrungsmitteln wie Weizen, Mais, Reis und Kartoffeln global bis Mitte des Jahrhunderts verdoppelt werden, um diese wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Eine an den Klimawandel angepasste Landwirtschaft ist dabei entscheidend.
Investitionen in die ländliche Entwicklung sind in vielen Entwicklungsländern in den letzten Jahren zurückgegangen. Das muss sich ändern. So sprechen wir uns dafür aus, als Zielperspektive zehn Prozent der Entwicklungsgelder für die Förderung der ländlichen Entwicklung einzusetzen. Analog sollten die Regierungen in den Entwicklungsländern zehn Prozent ihrer Haushaltsmittel für Landwirtschaft und die Entwicklung ländlicher Räume einsetzen. Ein Vorschlag, den auch die sogenannte Hunger-Task-Force der Vereinten Nationen vertritt. Dabei werden nur Ansätze erfolgreich sein, die sich auch realistisch mit den verfügbaren Wasserressourcen auseinandersetzen.
Meist steht bei Fragen der Landwirtschaft die schwierige Situation afrikanischer Staaten im Mittelpunkt. Eine jüngst veröffentlichte Studie der FAO, der Asiatischen Entwicklungsbank und des Internationalen Water Management Institute konstatiert, dass auch in Asien erhebliche Reformen in der Landwirtschaft nötig sind, insbesondere bezüglich des Umgangs mit der kostbaren Ressource Wasser. Fehlerhafte Bewässerungssysteme führen zu einer Übernutzung von Wasser. Durch den Einsatz von Millionen von Wasserpumpen sinkt der Grundwasserspiegel und die Böden degradieren. Die zentrale Botschaft lautet: Die Art und Weise der Wassernutzung in Asien ist nicht nachhaltig. Wenn es keine grundlegende Veränderung gibt, wird sich die Krise massiv verschärfen.
Die Herausforderung in den untersuchten asiatischen Ländern besteht auch darin, dass das "beste und fruchtbarste Land" bereits weitgehend genutzt wird und dass aufgrund von Urbanisierungsprozessen immer weniger Land zur Verfügung steht. Der Bericht geht davon aus, dass auch in Asien bis zum Jahr 2050 die Produktion von Nahrungsmitteln verdoppelt werden müsste, um die wachsende Bevölkerung ernähren zu können. Auf dem Kontinent leben knapp vier Milliarden Menschen, rund 60 Prozent der Weltbevölkerung.
Bezogen auf die Nutzung des Wassers, zeigt sich, dass erheblich in die Modernisierung der Bewässerungssysteme investiert werden muss – immer unter Berücksichtigung der ökologischen Folgen der Wassernutzung. Regierungen stünden vor der Aufgabe, Preissysteme für die Nutzung von Wasser zu entwickeln, die zu einem sparsameren Umgang führen.
Zwei weitere wichtige Themen sind in der Studie nicht angesprochen: Das Abschmelzen der Himalaya Gletscher als Folge des Klimawandels, welches eine erhebliche Veränderung der Wasserzuflüsse für Indien, China, Pakistan und Bangladesh bedeutet. Zum Zweiten die Kontrolle Chinas über die Wasserressourcen des tibetischen Hochplateaus, dessen Wasserzuflüsse für Bangladesh, Vietnam, Kambodscha, Burma und Thailand von großer Bedeutung sind. Über diese Problematiken wurde jüngst im auswärtigen Ausschuss des US-Senats aus außen- und sicherheitspolitischer Perspektive diskutiert.