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geb.: 1948 in Rendsburg, Schleswig-Holstein, verheiratet, zwei Kinder
Beruf: Regierungsangestellte a.D., Redakteurin
Landesliste Nordrhein-Westfalen
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irmingard.schewe-gerigk@bundestag.de
Meine politische Initialzündung war die gesellschaftliche Diskussion um das Selbstbestimmungsrecht der Frau. 1975 waren die Debatten um den Paragrafen 218 und um das Leitbild der Hausfrauenehe in vollem Gange. Ich erkannte, dass die Rechte von Frauen und Männern sehr ungleich verteilt waren. Das wollte ich ändern.
Seit 1994 setze ich mich im Deutschen Bundestag für die Gleichstellung der Geschlechter ein. Der Rückblick zeigt, dass wir frauenpolitisch und gesellschaftspolitisch heute einen großen Schritt weiter sind. Die Grünen haben dabei eine wichtige Rolle gespielt. Natürlich kann heute kein Ehemann mehr ohne Einwilligung seiner Frau deren Arbeitsvertrag kündigen, wenn sie ihren Pflichten als Hausfrau nicht nachkommt. Dennoch: Frauen tragen nach wie vor die doppelte und dreifache Last, wenn sie Beruf und Familie vereinbaren wollen. Sie verdienen in Deutschland auch heute noch durchschnittlich 26 Prozent weniger als Männer - und in den Chefsesseln deutscher Unternehmen müssen wir sie mit der Lupe suchen.
Grüne Politik weiß, dass Geschlechtergerechtigkeit ein entscheidender Faktor ist, wenn es darum geht, unsere Gesellschaft gerechter und demokratischer zu gestalten. Da ist aber noch viel zu tun. Gleichstellungspolitische Vorgaben auch für die Privatwirtschaft sind ein wichtiger Schritte auf dem Weg in eine Gesellschaft, in der Macht, Geld Zeit und Arbeit gerecht verteilt sind. Daneben müssen männliche und weibliche Rollenspektren weiter aufgelöst werden. Gerade bei den Männern muss da noch viel passieren - das können wir ihnen aber leider nicht abnehmen.
Mehr Gerechtigkeit brauchen wir auch in der Rentenpolitik. Das Berufsleben von immer weniger Bürgerinnen und Bürgern folgt heutzutage einer vorgezeichneten Bahn. Die Tätigkeiten abhängig Beschäftigter und Selbstständiger gehen ineinander über. Viele Menschen verdienen trotz Vollzeitarbeit so wenig, dass sie ergänzendes Arbeitslosengeld benötigen. Ziel grüner Rentenpolitik ist es, dass die gesetzliche Rentenversicherung jede und jeden vor Altersarmut schützt. Dafür brauchen wir neue Lösungsansätze. Durch eine Höherwertung von kleinen Einkommen wollen wir Armut im Alter verhindern. Damit Frauen eigene Rentenansprüche aufbauen können, setze ich mich dafür ein, dass bei Paaren die Rentenversicherungsansprüche von Anfang an hälftig aufgeteilt werden.