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Die grüne Position

Grüne Baupolitik

Wie wir bauen und wohnen, wie sich unsere Städte entwickeln, das beeinflusst ganz unmittelbar unsere Lebensqualität. Städte und Gemeinden sind Ort gesellschaftlicher Teilhabe. Wohnen ist ein Grundbedürfnis, aber auch Arbeit, Lernen, Freizeit spielen sich im gebauten Raum ab. Grüne Politik sucht Lösungen, die sozialen Zusammenhalt, ökologische und ökonomische Tragfähigkeit und baukulturelle Qualitäten überein bringen.

Grüne Baupolitik steht natürlich für den ökologischen und klimagerechten Stadtumbau. Die energetische Sanierung von Gebäuden und sozialer Infrastruktur spielt eine zentrale Rolle, damit Heizen und Stromerzeugung effizienter werden. Das ist gut für den Geldbeutel und trägt erheblich dazu bei, die Klimaziele zu erreichen. Wir wollen dazu die Sanierungsquote auf drei Prozent jährlich anheben, Vermieter, Mieter und staatliche Förderung sollen in einem fairen Mix dazu beitragen. So kann der Bestand innerhalb der nächsten 30 bis 40 Jahre energetisch modernisiert werden, bis 2020 lassen sich damit 40 Prozent CO2 einsparen.

Als Mindeststandard für Gebäude wollen wir bis 2020 einen Energieverbrauch von höchstens 60 kWh pro Quadratmeter und Jahr einführen. Unser Sanierungspfad sieht darüber hinaus vor, wo immer möglich den Energieverbrauch auch in älteren Gebäuden gegen Null zu senken. Für denkmalgeschützte Bauten sollen Sonderregelungen gelten. Soweit es ihre städtebauliche Bedeutung zulässt, sollen bei der Sanierung ökologische Ziele berücksichtigt werden.

Bei Neubauten gilt es eine dynamische Entwicklung hin zu Niedrigstenergiehäusern zu entfachen. Unser mittelfristiges Ziel ist das 1,5 Liter Haus, das pro Quadratmeter und Jahr nicht mehr als 15 Kilowattstunden für Wärme und Kühlung benötigt. Wir streben in einem ersten Schritt das Null- und in einem zweiten Schritt das Energieplushaus an, diese Entwicklung wollen wir gezielt fördern.

Eine entsprechende Verschärfung der EnEV (Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden) für das Jahr 2012 gilt es heute schon anzugehen. Einen Beschluss des EU-Parlaments für eine anspruchsvolle EU-Gebäuderichtlinie aufgreifend, wollen wir den Nullenergiehausstandard ab 2016 für alle Neubauten der öffentlichen Hand und spätestens ab 2019 auch für alle anderen Neubauten.

Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW soll mit mindestens zwei Milliarden Euro jährlich ausgestattet werden. Mit einem Energiesparfonds von drei Milliarden Euro wollen wir einkommensschwache Haushalte und Quartiere unterstützen. Transparenz erzeugen die energetische Vergleichsmiete und transparente bedarfsorientierte Energieausweise. Der Einsatz ökologischer Baustoffe soll besonders gefördert werden, Wenn auch Ausbildung, Forschung und Beratung in diesem Bereich ausgeweitet werden, erschließen wir damit Ausbildungs- und Arbeitspotenzial für Hoch- und Geringqualifizierte.

Grüne Baupolitik setzt auf eine Siedlungsplanung, die Verkehr vermeidet und Flächen spart. Das Ideal ist die Stadt der kurzen Wege, eine kompakte Stadt mit aktivem Innenleben und geschütztem Außenbereich. Die Städtebauförderung ist ein gutes nationales Instrumentarium, um den sozialen, ökologischen und energetischen Umbau in Städten in die richtigen Bahnen zu lenken.

Attraktive Städte zeichnen sich auch durch soziale Gerechtigkeit aus. Wir wollen mit einer sozialen Wohnungspolitik, die Segregation begrenzt, dazu beitragen. Gerade in attraktiven Lagen fehlen neben bezahlbaren Wohnungen vielerorts altersgerechte Wohnungen. Städte brauchen deshalb kommunale Wohnraumkonzepte. Attraktive Städte bieten gemischte Wohnquartiere und kommunikative öffentliche Räume. Hier kann kreative Kommunalpolitik aufblühen, Voraussetzung für die Zukunftsaufgabe Stadtumbau. Dafür wollen wir Bürgerinnen, Bürger und Akteure in ihrer ganzen Vielfalt gewinnen, denn grüne Baupolitik steht für kreative und vielfältige Beteiligungsformen. Dabei setzen wir auf die Regionen und die Förderung ihrer je eigenen Potenziale.

 

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