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13. Juli 2006

Gleichstellung von Frauen und Männern

Unser Ziel ist es, die Erwerbstätigkeit von Frauen (vor allem in den alten Bundesländern) zu erhöhen. Denn die deutsche Frauenerwerbstätigenquote liegt zwar mit 59 Prozent nur knapp unter der europäischen Zielmarke für 2010 von 60 Prozent - der deutliche Anstieg der Frauenerwerbstätigkeit ist aber in erster Linie auf eine Ausweitung häufig nicht Existenz sichernder Teilzeit- und geringfügiger Beschäftigung zurückzuführen  Das Arbeitsvolumen von Frauen ist bei steigender Erwerbstätigenquote insgesamt gesunken. Das führt auch zu einer mangelnden sozialen Sicherung der Frauen im Alter. Hier ist Politik gefordert. Sie muss verbesserte Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie schaffen. Gleichzeitig müssen Unternehmen und Betriebe im Interesse einer zukunftsfähigen Personalstrategie umdenken, Karrierechancen von Frauen fördern und Arbeitszeitmodelle auf die Bedürfnisse von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ausrichten.

Vereinbarkeit von Familie/Pflege und Beruf

Frauen tragen häufig die doppelte und dreifache Last, wenn sie Beruf und Familie vereinbaren wollen. Junge Frauen leisten nach wie vor den größten Teil der Erziehungsarbeit und finden bislang noch kein verlässliches Angebot an Betreuungsinfrastruktur gerade für Kinder unter drei Jahren vor.

Pflegebedürftige Menschen werden heute überwiegend zu Hause (70 Prozent) versorgt und diese Aufgaben übernehmen in der Regel Töchter und Schwiegertöchter bzw. Ehefrauen. Dabei bleiben oft die enormen psychischen und physischen Belastungen unberücksichtigt. Angebote zur notwendigen Unterstützung und Qualifizierung fehlen meist. Gerade im Hinblick auf die wachsende Zahl pflegebedürftiger Menschen sind wir gefordert, neben gesellschaftlichen Anerkennungsformen, auch über weitere Unterstützung und den Abbau von Benachteiligungen im Rentensystem (durch Fehlzeiten aufgrund Pflege und Kindererziehung) zu diskutieren. Unser Ziel ist es, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie von Pflege und Beruf für Frauen und Männer zu gewährleisten. Deshalb setzen wir uns auch dafür ein, Männern den Zugang zu Sorge- und Familienarbeit zu erleichtern. Für eine wirkliche Gleichstellung der Geschlechter brauchen wir ein gesamtgesellschaftliches Umdenken bei der Arbeitsverteilung zwischen Männern und Frauen.

Gender und Alterung

Um tatsächlich die Potenziale des Alters optimal zu fördern, sollte bei der Entwicklung von Partizipations- und Hilfsangeboten der Gender-Aspekt stärker mitgedacht werden. Bereits heute sind bei den hoch betagten Alten 85 Prozent Frauen, Tendenz weiter steigend. Mit dem Älterwerden der Gesellschaft wird damit auch die Bedeutung geschlechtspezifischer Altenarbeit, die stärker die unterschiedlichen Bedürfnisse von Männern und Frauen berücksichtigt, steigen.

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