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Atomlobby

20. März 2009

Atomkraft und Erneuerbare passen nicht zusammen

E.ON fordert Beschränkung der Windkraft zugunsten Atom

Die Versuche der Atomlobby, die Atomkraft neben den erneuerbaren Energien als Zukunftsoption zu etablieren, sind nicht nur ökologisch und sozial unverantwortbar, diese Kombination ist auch energiewirtschaftlich nicht tragbar. Denn wenn viel erneuerbarer Strom im Netz ist, müssten andere Kraftwerke rasch abgeschaltet werden. Das ist bei Atommeilern nicht möglich, weil an- und hochfahren jeweils mehrere Tage braucht und zusätzliche Gefahren bringt. Die Energiepolitik muss sich also entscheiden: Entweder Atom oder Erneuerbare.

Für die Grünen ist diese Erkenntnis nicht neu. Wir wollen so bald wie möglich die Stromversorgung vollständig auf erneuerbare Energien umstellen. So lange erforderlich, soll der dezentral erzeugte Strom aus Wind, Sonne & Co. durch flexible Gaskraftwerke ergänzt werden. Große Kohlekraftwerke oder gar Atommeiler passen in dieses System nicht. Sie müssen aus technischen und wirtschaftlichen Gründen rund um die Uhr laufen und stehen damit – ungeachtet der ökologischen Folgen - in direkter wirtschaftlicher Konkurrenz zu den Erneuerbaren.

Inzwischen sehen das auch die Energiekonzerne ein. Aber sie ziehen den Umkehrschluss und sorgen sich um die Zukunft ihrer Atompläne. So fordern der französische Energieriese Energie de France (EDF) und E.ON jetzt die britische Regierung auf, ihr Ziel für den Windkraftausbau zu beschränken. Andernfalls müssten neue Atomkraftwerke, die beide Konzerne in Großbritannien bauen wollen, überdacht werden. Ihr Ziel: Die Windkraftausbau soll auf höchstens ein Drittel der Stromerzeugung beschränkt werden, damit im Netz genug Platz bleibt, um rund um die Uhr Atomstrom einspeisen zu können.

Die Erneuerbaren-Branche hat wie wir Grüne für dieses Problem eine einfache Lösung: Raus aus der Atomkraft und rein in die solare Gesellschaft. Das haben wir auch in der gestrigen atompolitischen Debatte im Bundestag klar gemacht. In unserem Antrag fordern wir die Bundesregierung auf, den Atomausstieg ohne Abstriche umzusetzen, besonders gefährliche Altmeiler schneller vom Netz zu nehmen und die Atomkonzerne über eine Brennstoffsteuer an den enormen gesellschaftlichen Kosten der Atomkraft zu beteiligen.

 

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