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Immer wieder führen die Energieversorger die Kosten für Ökostrom als Grund für Strompreiserhöhungen an. Auch jetzt wieder, da 40 von rund 800 Stromversorgern ihre Preise anheben. Strom aus erneuerbaren Quellen sei eben teuer und deshalb müssten Verbraucher für den Boom des Ökostroms tief in die Tasche greifen.
Der Vorwurf der Preistreiberei ist so alt wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) selbst. Zwar sind mit dem Anteil der erneuerbaren Energien auch die EEG-Mehrkosten in den vergangenen Jahren gestiegen, von 0,2 im Jahr 2000 auf heute knapp 1,2 Cent pro Kilowattstunde. Im gleichen Zeitraum stieg der Strompreis aber um durchschnittlich 9,3 Cent pro Kilowattstunde. Nur etwa 10 Prozent der Preissteigerungen der letzten Jahre lassen sich also auf den Ökostrom-Boom zurückführen. 90 Prozent hatten andere Gründe, vor allem gestiegene Preise an der Strombörse in Leipzig.
Jetzt allerdings steht eine größere Erhöhung der EEG-Mehrkosten auf etwa 2 Cent pro Kilowattstunde bevor. Das hat aber wieder nur wenig mit dem Wachstum der Ökostromerzeugung zu tun und geht auf mehrere Ursachen zurück:
Tatsächlich ist also nicht der Ausbau der erneuerbarer Energien der Preistreiber. Vielmehr lassen die gesunkenen Börsenpreise die ehmals großen Gewinnspannen der Energieversorger schrumpfen. Das wollen einige jetzt durch Preisanhebungen ausgleichen. Dazu kommen Zusatzkosten durch stillstehende Kraftwerke. Vattenfall gingen allein im letzten Quartal 91 Millionen Euro durch den Stillstand der Pannenmeiler in Krümmel und Brunsbüttel verloren. Dieses Geld soll jetzt offenbar über die Preiserhöhung von den Kunden eingetrieben werden.
Völlig verschwiegen wird von den Energiekonzernen der ökonomische Nutzen der erneuerbaren Energien. Denn EEG-Strom sorgt dafür, dass die teuersten fossilen Kraftwerke nur noch selten hochgefahren werden müssen. Das allein senkte die Strombeschaffungskosten im letzen Jahr um über 3 Milliarden Euro. Den Gewinn haben die Energieversorger eingestrichen, die Tatsache verschweigen sie ihren Kunden aber bis heute.