Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Springe direkt zu: ContentbereichHauptnavigationSuche


Logo der BundestagsfraktionUns geht's ums Ganze

ServiceNavigation


Suche


Hauptnavigation


Sie sind hier:

 
  1. Startseite
  2. Themen A-Z 
  3. Energie 
  4.  Artikel

Solarstrom

12. Januar 2012

Keine Panik wegen Solarstrom-Boom

Im Jahr 2011 wurden Solarstromanlagen mit einer Leistung von 7.500 Megawatt (W) neu installiert. Absoluter Schwerpunkt war das letzte Quartal. Allein im Dezember 2011 wurden ca. 3.000 MW zugebaut. Hauptgrund für den rasanten Ausbau ist, dass der Preisverfall im Solarmarkt sehr schnell voranschreitet und die Vergütung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vorübergehend nicht adäquat angepasst wurde. Bei einer Installation zu den Förderbedingungen von 2011 war daher eine relativ hohe Rendite zu erwarten.

Wirkung auf EEG-Umlage fraglich

Ob und wieweit der neuerliche Solarboom die EEG-Umlage in die Höhe treibt, ist fraglich. Zum einen wurden trotz des Booms nur 1.000 MW mehr installiert als für die Berechnung der EEG-Umlage 2012 angenommen wurde. Zum anderen war bei der Festlegung der EEG-Umlage für 2012 der Stand des EEG-Kontos vom 30. September 2011 berücksichtigt. Damals gab es hier ein Minus von 711 Mio. Euro. Tatsächlich wies das Konto am Jahresende ein kleines Plus von 80 Mio. Euro auf. Im EEG-Konto stehen also für 2012 791 Mio. Euro mehr zur Verfügung als ursprünglich angenommen. Aus diesem Puffer kann die erhöhte PV-Vergütung bestritten werden.

Solarvergütung wird deutlich gesenkt

Für die Vergütung für Solarstrom ist im EEG eine "atmende Degression" vorgesehen, das heißt je höher der Zubau desto größer fällt die Kürzung der Solarstromvergütung aus. Zum 1. Januar 2012 ist – noch auf der Grundlage des EEG 2011 - eine Kürzung um 15 Prozent gegenüber 2011 wirksam geworden. Das EEG 2012 sieht für den mittlerweile erfolgten starken Ausbau eine weitere Kürzung um 15 Prozent zum 1. Juli 2012 vor. Damit wird die Förderung von Solarstrom binnen eines halben Jahres um 27,75 Prozent sinken, für eine kleine Dachanlage von 28,74 ct/kWh auf 20,76 ct/kWh.

Grüne fordern Korrektur mit Augenmaß

Die grüne Bundestagsfraktion will den Ausbau der Solarenergie mit Augenmaß voranbringen. "Solar-Schlussverkäufe" wie im letzten Dezember gilt es deshalb zu verhindern. Die "atmende Degression" ist dazu das richtige Instrument. Mit der bereits feststehenden Kürzung der Solarvergütung um mehr als ein Viertel bis Mitte des Jahres werden die Kosten sehr stark verringert und der Ausbau der Solarstromerzeugung wird in einem Korridor gehalten, der breite gesellschaftliche Akzeptanz findet.

Aus unserer Sicht ist aber in jedem Fall eine schnellere Anpassung der EEG-Vergütung an die Marktentwicklung erforderlich. So sollte die Anpassung der Vergütung nicht halb-, sondern vierteljährig erfolgen. Überhöhten Renditen würde damit ein Riegel vorgeschoben und die Überhitzung des Solarmarktes unterbunden. Die Einführung eines Förderdeckels wird von uns abgelehnt, da er – wie das Beispiel Spanien zeigt – zum Zusammenbruch des Marktes und der Solarwirtschaft führen würde.

 

Zusätzliche Information