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Klima und Entwicklung

15. Februar 2010

Go Green!

Neuer UN-Bericht fordert grünes Wachstum in Entwicklungsländern

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der UN-Handelsorganisation (UNCTAD) empfiehlt armen Ländern, gerade in der Krise auf ökologisches Wachstum zu setzen. Vor allem in der Landwirtschaft und zur Bekämpfung des Hungers seien eine höhere Energie-Effizienz, eine nachhaltigere Landwirtschaft und die Nutzung erneuerbarer Energien unabdingbar, um aus der gegenwärtigen Wirtschaftskrise zu einem sozialeren, umweltfreundlicheren und langfristigen Wirtschaftswachstum zu gelangen. Unterm Strich stellt der "Trade and Environment Review 2009/2010" fest: Die Umstellung auf ein "grünes Wachstum" schafft Arbeitsplätze – Klimaschutz in Entwicklungsländern zahlt sich aus!

Robust gegen falsche Urteile

Das gesamte Gutachten greift Forderungen auf, für die wir Grünen seit Jahren kämpfen. Zum Glück räumt die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung somit - schwarz auf weiß - mit dem alten, hartnäckigen Urteil auf: 'Das Pochen der Entwicklungsländer auf ihr Recht auf Entwicklung führt zum Scheitern weltweiter Klimaschutz-Regime'. Das nun veröffentlichte Papier fragt in angebracht kritischer Weise, ob die armen und ärmsten Länder der Welt tatsächlich nur zu Lasten des Klimas wachsen; – und liefert die wissenschaftlich fundierte Antwort gleich mit: Nein.

Landwirtschaft umbauen, erneuerbare Energien ausbauen

Da in den ärmsten Ländern der Welt rund 70 Prozent der Menschen von der Landwirtschaft leben und dieser Zweig zugleich für 30 Prozent aller Treibhausgase weltweit verantwortlich ist, plädiert die UNCTAD für einen Umbau des Anbaus. Das Rückfahren von Dünger und Pestiziden und die vollständige Umstellung auf Ökolandbau brächten neben enormen Klimaeffekten auch wirtschaftliche Vorteile. Studien der Vereinten Nationen in Afrika hätten gezeigt, dass Bio-Farmen weitaus höhere Mengenerträge einfahren als konventionelle Farmen, weil sie effizienter arbeiteten.

Ebenso favorisiert die Organisation einen dezentralen Ausbau von erneuerbaren Energien und sieht in dem von Rot-Grün geschaffenen Erneuerbare-Energien-Gesetz einen Vorbildcharakter auch für Entwicklungsländer. In Anlehnung an die erfolgreiche Grameen-Initiative in Bangladesh empfiehlt die UNCTAD etwa Solarstrom-Anlagen für den Selbstverbrauch. Klar, dass wir Grünen das befürworten!

Kostendeckung durch Finanztransaktionssteuer, Ökosteuer und Kerosinabgaben

Innovativ und nachhaltig zeigen sich die Autoren auch bei der Finanzierung des ökologischen Wandels. Sie nennen ein ganzes Potpourri an häufig wiederholten, niemals überholten grünen Forderungen: Neben dem Verweis auf zukünftige Einsparungen (etwa durch den Öl-Ersatz durch Ökostrom) drängen die Experten auf Ökosteuern, Flugbenzin-Abgaben sowie auf die Devisenumsatzsteuer (Tobin-Tax) und das Schließen von Steueroasen.

Bündnis 90/Die Grünen kämpfen weiterhin für den weltweiten ökologischen Umbau der Wirtschaft. Der nun vorliegende Bericht verschafft neuen Rückenwind, um alte Strukturen aufzubrechen.

 

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