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Familienpolitik

14. Oktober 2009

Elterngeld weiterentwickeln

Eine faire Aufteilung der Familien- und Erziehungsarbeit ist heute trotz eines deutlichen Umdenkens im Hinblick auf die Rollenbilder von Frauen und Männern noch nicht erreicht. Das machen auch die jüngsten Zahlen zum Elterngeld deutlich:

  • Der Trend zu mehr Beteiligung der Väter bei der Kindererziehung ist zwar vorhanden, allerdings erst sehr zaghaft. Derzeit nehmen 75% der Väter nur zwei Monate Elterngeld in Anspruch. Dagegen beziehen 90% der Mütter Elterngeld für zwölf Monate.
  • Mehr als die Hälfte der Mütter hatte einen Elterngeldanspruch von unter 500 Euro. Dagegen erhielt jeder zweite Vater mehr als 1.000 Euro - eine Folge dessen, dass Frauen im Schnitt noch immer weniger als Männer verdienen und oft eher in Teilzeit arbeiten. Wir Grüne fordern daher schon seit langem: Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit.

Für uns ist klar: Wir unterstützen das Elterngeld. Wir sehen aber auch klaren Änderungsbedarf. Bestehende Schwächen des Gesetzes hätte die große Koalition - wenn sie denn gewollt hätte - bereits beheben können.

  • So hätten die Bedingungen für die gleichzeitige Teilzeittätigkeit der Eltern während des Elterngeldbezuges verbessert werden können.
  • Auch ist nicht nachvollziehbar, dass Alleinerziehende, gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Transferbeziehende und Studierende vielfach nicht die maximale Bezugsdauer des Elterngeldes in Anspruch nehmen können.
  • Mit der derzeitigen Ausgestaltung werden Erziehende mit keinem oder geringem Einkommen gegenüber dem früheren Erziehungsgeld schlechter gestellt. Das sollte geändert werden.
  • Aus unserer Sicht ist zudem der Sockelbetrag – eine reine Sozialkomponente im Elterngeld – überflüssig, wenn das Haushaltseinkommen sehr hoch ist.
  • Und schließlich: Zwei Vätermonate machen noch keine Gleichberechtigung. Unser Ziel ist deshalb die paritätische Aufteilung der Familien- und Erziehungsarbeit.

Viele Mütter und Väter wollen nach dem Ende der Elternzeit möglichst rasch in den Job zurückkehren. Deshalb wollen wir mehr für eine familienfreundliche Arbeitskultur und flexible Arbeitszeitmodelle tun, die es Frauen wie Männern möglich macht, ein Leben mit Kindern und eine erfolgreiche Berufstätigkeit zu vereinbaren.

Dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen – zentral sind qualitativ hochwertige und vor allem ganztägige Bildung, Betreuung und Erziehung für alle Kinder ab dem ersten Lebensjahr.

Der Ausbau der Kindertagesbetreuung geht bislang aber nur mäßig voran. Und eine Qualitätsoffensive, die ihren Namen verdient, ist noch gar nicht Sicht!

So kann es nicht weiter gehen. Wir setzen uns dafür ein, dass für die frühkindliche Bildung Kriterien wie Gruppengröße, Personalschlüssel, Raum- und Sachausstattung bundesweit endlich ebenso verbindlich werden, wie pädagogische Qualität, Bildungsangebote und gesunde Mahlzeiten.

 

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