Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Springe direkt zu: ContentbereichHauptnavigationSuche


Logo der BundestagsfraktionUns geht's ums Ganze

ServiceNavigation


Suche


Hauptnavigation


Sie sind hier:

 
  1. Startseite
  2. Themen A-Z 
  3. Familie 
  4.  Artikel

Kinderarmut

3. Juni 2010

Bekommen arme Eltern arme Kinder?

Die aktuelle Kinderstudie belegt erneut: Die Zukunftschancen von Kindern hängen hierzulande vom sozialen Hintergrund der Familie ab. Diesen Umstand dürfen wir nicht hinnehmen, gerade vor dem Hintergrund, dass sich schlechte Startchancen durch alle Lebensbereiche der benachteiligten Kinder ziehen.

Besonders dramatisch: rund ein Fünftel aller Kinder in Deutschland fühlen sich bereits jetzt abgehängt und ausgegrenzt. Kinder, deren Familien von Arbeitslosigkeit betroffen sind, und Kinder von alleinerziehenden Müttern und Vätern sind einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt. Der Studie zufolge haben rund neun Prozent aller Kinder im Alltag bereits konkrete Armutserfahrungen gemacht.

Als vor zweieinhalb Jahren die erste World Vision Kinderstudie erschien, gab es unisono durch alle politischen Lager positive Resonanz.Trotz des großen Echos ist auf der politischen Ebene nicht genug geschehen. Für uns sind die Befunde der Kinderstudie ein klarer Handlungsauftrag.

Die Studie fordert:

  • Eine finanzielle Förderung, die auf das Wohl des Kindes und nicht eine bestimmte Familien- oder Elternkonstellation ausgerichtet ist ( Einführung einer Kindergrundsicherung).
  • Den qualitativen und quantitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung mit besser qualifizierten und bezahlten Fachkräften, sowie gebührenfreier Betreuung für Kleinkinder.
  • Die Anerkennung der Ansprüche von Kindern an die Gesellschaft, wie die kindgerechte Gestaltung aller Lebensräume und den Zugang der Kinder zu guten außerfamiliären Betreuungs-, Versorgungs- und Bildungseinrichtungen.
  • Einen Ausbau der Ganztagsschulen, als verbindliches Schulangebot, das in ein Gesamtkonzept mit warmer Verpflegung am Mittag und Freizeit- und Sportaktivitäten eingebettet ist. Zudem fordert die Studie die Auflösung von Förder- und Sonderschulen und die Aufnahme der Kinder in Regelschulen mit ausgebildeten Lehrerteams.
  • Den Kindern mehr Einfluss auf die Gestaltung ihrer Lebenswelt geben, z.B. durch kommunale Kinderparlamente und eine Bündelung der Erfahrungen, die bundesweit in diesem Bereich gemacht wurden.

Für uns Grüne ist die 2. World Vision Kinderstudie ein gutes Beispiel für die Beteiligung  von Kindern. Erstmals wurden in einer so groß angelegten Studie auch 6- und 7jährige in die Befragung einbezogen. Kinder sind Experten in eigener Sache und die Politik muss sie deutlich ernster nehmen als bisher.

Zusätzliche Information

Mehr zum Thema