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Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist für uns eine zentrale Gerechtigkeitsfrage. Wir wollen, dass Frauen und Männer auf Augenhöhe miteinander umgehen. Gleiche Chancen und Rechte gehören dazu. Der umfassende gesellschaftliche Wandel soll in einen grünen Neuen Gesellschaftsvertrag münden, an dem wir arbeiten. Der Weg hin zu einer geschlechtergerechten Gesellschaft ist noch lang, das Arbeitsprogramm umfangreich, es fordert uns allen etwas ab. Der Abschied von der vermeintlichen Sicherheit einer traditionellen Geschlechterordnung birgt aber auch neue Wahlmöglichkeiten und eröffnet Freiräume und mehr Selbstbestimmung für alle.
Damit Frauen auf eigenen Füßen stehen, streben wir eine deutliche Steigerung der Frauenerwerbsquote an. Um eine individuelle Absicherung von Frauen wir Männern zu erreichen, müssen wir die Sozialversicherungen und das Steuersystem umbauen. Daher wollen wir auch die partnerabhängige Leistungsberechnung bei Langzeitarbeitslosen abschaffen. In vielen Bereichen des Arbeitsmarktes halten sich die traditionellen Geschlechterrollen zäh und hartnäckig. Solange die Politik nur zusieht, wird sich daran nichts ändern: Ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft muss her. Der öffentliche Sektor kann als Vorbild vorangehen, indem er öffentliche Aufträge bevorzugt an Unternehmen mit effektiver Gleichstellung vergibt. Im Durchschnitt erhalten Frauen in Deutschland 22 Prozent weniger Lohn. Wir wollen daher ein echtes Verbandsklagerecht im Antidiskriminierungsgesetz, eine Mindestlohnregelung und die geschlechtergerechte Überarbeitung der Eingruppierungskriterien der Tarifverträge. Eine 50-Prozent-Quote für jedes Geschlecht bei den Aufsichtsräten bringt mehr Geschlechtergerechtigkeit, frischen Wind und effektivere Kontrolle.
Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist weiterhin ein großes gesellschaftliches Problem. Die Finanzierung von Frauenhäusern, die diesen Frauen Schutz und Hilfe bieten, muss staatliche Pflichtaufgabe werden. Zur Bekämpfung von Frauenhandel und Zwangsprostitution wollen wir mehr Schutz für Zeuginnen und ein dauerhaftes Bleiberecht für die Opfer. Die Freier von Zwangsprostituierten müssen auch strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.
"Schlank ist schön" heißt es in Medien und Werbung. Essstörungen prägen als Folge den Alltag vieler Mädchen und hinterlassen oft bleibende körperliche und seelische Schäden. Auch junge Männer sind längst vom körperlichen Normierungswahn erfasst. Aber Schönheit existiert in allen Größen - wir treten für einen entspannten und selbstbestimmten Umgang mit dem eigenen Körper, dem Aussehen und dem Alter ein.
Zu einem selbstbestimmten Leben gehört auch die freie Entscheidung einer Frau für oder gegen eine Schwangerschaft. Für Konfliktsituationen muss es ein breit gefächertes freiwilliges Beratungsangebot geben. Eine Pflichtberatung lehnen wir ebenso ab wie die Kriminalisierung und strafrechtliche Verfolgung von Abbrüchen.
Seit 90 Jahren haben Frauen in Deutschland das Wahlrecht. Der Frauenanteil im Bundestag dümpelt seit Jahren bei einem knappen Drittel der Sitze, in den Kommunalparlamenten und Landtagen ist er noch erheblich niedriger. Wir wollen nach dem Vorbild des französischen Paritätsgesetzes die Grundlagen dafür schaffen, dass mehr Frauen in die Parlamente einziehen.
Geschlechterpolitik umfasst auch die Belange von Jungen und Männern. Viele Männer wünschen sich sowohl im Erwerbs- wie im Privatleben neue Wege und Entwicklungsmöglichkeiten. Dass Forschung und Politik die sich wandelnden Rollenbilder von Jungen, Männern und Vätern stärker in den Blick nehmen, ist auch ein grünes Ziel.