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Gleichstellung

3. März 2010

Frauen in die Aufsichtsräte

Für Transparenz, Innovation und Gleichstellung

Die Führungspositionen in der deutschen Wirtschaft sind fest in Männerhand. Das gilt auch für das wichtige Kontrollgremium der Aufsichtsräte. Frauen sind hier kaum zu finden. Ihr Anteil liegt in den 200 größten deutschen Unternehmen bei nur 9,8 Prozent (dies haben wir übrigens ganz überwiegend (zu 71,6 Prozent) den Gewerkschaften zu verdanken - von der Arbeitgeberseite werden so gut wie gar keine Frauen entsandt).

Seit Jahren bereits engagieren sich Netzwerke, wie die "Initiative Frauen in die Aufsichtsräte" (FidAR) oder der Deutsche Juristinnenbund, diesen Missstand zu beheben. Die Vereinbarung aus dem Jahr 2001 zwischen Bundesregierung und Arbeitgeberverbänden zur "Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft" zeigt keine Auswirkungen.

In der großen Koaltion - aber auch aktuell unter Schwarz-Gelb wurde beziehungsweise wird das Scheitern dieser freiwilligen Selbstverpflichtung deutscher Unternehmen hartnäckig ignoriert. Schwarz-Gelb will sich nicht festlegen, wann und wie eine höhere Beteiligung von Frauen in Aufsichtsräten erreicht werden soll. Der von der Bundesregierung angekündigte Stufenplan ist nicht terminiert und unverbindlich. Sanktionen sind nicht vorgesehen.

Mit dieser Feigenblatt-Politik wird die Gleichstellung von Frauen in Aufsichtsgremien in den nächsten Jahren nicht vorankommen. Eine wichtige Chance für die Modernität und Demokratie in unserer Gesellschaft wird vertan.

Europäische Vorbilder

Inzwischen haben sich mehrere europäische Länder diesem Problem gestellt und nach Lösungen gesucht. Am konsequentesten und erfolgreichsten ist dabei Norwegen. Dort müssen seit 2006 per Gesetz mindestens 40 Prozent der Sitze in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen von Frauen besetzt sein. Sanktionen bis zum Verlust der Börsennotierung sind dabei vorgesehen. Trotz Widerstands aus der Wirtschaft ist das Gesetz inzwischen erfolgreich umgesetzt. Auch in den Niederlanden, Belgien, Österreich und Frankreich haben verbindliche Frauenquoten die ersten parlamentarischen Hürden genommen.

Modernisierung durch eine 40-Prozent-Quote für Frauen

Für Deutschland fordern wir eine Änderung des Aktiengesetzes. Zentral geht es uns hierbei darum, dass Frauen mit mindestens 40 Prozent auch bei der Abordnung der Kapitalseite im Aufsichtsrat vertreten sein sollen - verbunden mit der im Gesetz verankerten Zielbestimmung einer paritätischen Besetzung!

Dafür wollen wir im Börsengesetz für börsennotierte Aktiengesellschaften festlegen, dass deren Aufsichtsrat bis 2017 mit mindestens 40 Prozent Frauen – mit dem Ziel einer paritätischen Vertretung – zu besetzen sind, sonst sind Sanktionen bis hin zur Entziehung der Zulassung zur Börse vorzusehen.

 

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