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Nun wollen also die Länder eine Arbeitsgruppe zur Quote für die Aufsichtsräte einsetzen. Nach einem Beschluss der Justizministerkonferenz sollen Vertreter aus Hamburg, Bayern, Hessen und Sachsen-Anhalt die Voraussetzungen einer gesetzlichen Regelung für mehr Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten prüfen. Das ist löblich – aber zu langsam.
Denn es ist längst klar, was zu tun ist: Wir brauchen eine verbindliche Frauenquote, das ist die richtige Konsequenz aus dem Scheitern der freiwilligen Zusagen der Wirtschaft. Denn der Frauenanteil in Top-Positionen in Deutschland ist immer noch verschwindend gering. Hier können nur klare gesetzliche Vorgaben etwas ändern, das beweisen auch internationale Erfahrungen. Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger und Frauenministerin Schröder sollten ihre Blockadehaltung gegenüber der Quote endlich beenden.
Wir brauchen auch ein Umdenken in der Wirtschaft. Dafür muss eine "kritische Masse" von Frauen in Führungspositionen erreicht werden. Wir fordern, dass deutsche Aufsichtsratssitze ab 2017 zu mindestens 40 Prozent mit Frauen besetzt sein müssen. Eine vergleichbare Regelung muss auch für Vorstände gelten. Die Unternehmen werden davon profitieren. Es ist kluge unternehmerische Politik das Wissen und die Fähigkeiten von Frauen zu nutzen. Andere Länder sind da viel weiter. Wir brauchen die Quote, um den Aufholprozess hierzulande deutlich zu beschleunigen und für die Unternehmen planbar zu machen. Das Beispiel Norwegen zeigt, dass es möglich ist, in wenigen Jahren von 6 Prozent auf über 40 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten zu kommen.
Damit Chefsessel für Frauen interessant werden, müssen sich aber auch Strukturen ändern. Das beginnt mit besseren Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, mit einer modernen Familienbesteuerung und mit Ausbildungschancen jenseits der klassischen Rollenbilder. Und wir brauchen innovative Arbeitszeitmodelle und eine Arbeitskultur, die nicht mehr auf eine dauernde Verfügbarkeit abzielt.