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In Deutschland ist Gesundheitspolitik vor allem Krankenversorgungspolitik. Im Zentrum steht die Heilung von Krankheiten, nicht die Förderung von Gesundheit. Eine Gewichtung mit Schlagseite: Denn Krankheit – wo möglich – nicht zu verhindern, das erzeugt Leid, Kosten und vermindert die Lebensqualität. Prävention setzt darauf, Gesundheitsrisiken zu erkennen und abzubauen. Und Ressourcen zu mobilisieren, die jeden einzelnen wie die Gesellschaft darin unterstützen, gesund zu bleiben.
Erste Schritte für mehr Prävention hat die rot-grüne Koalition auf den Weg gebracht. Inzwischen fördern die Krankenkassen jährlich Aktivitäten zur Prävention mit 340 Millionen Euro. Aber das reicht nicht aus, vor allem bei den sozial Benachteiligten kommt zu wenig an.
Es fehlen Maßnahmen, die die Menschen direkt in ihrer Lebens- und Alltagswelt erreichen: in den Familien, der Kita oder der Schule und im Beruf.
Was bringt uns weiter? Alle Akteure müssen besser zusammenwirken – und Kontinuität ist gefragt. Bewährte Projekte sollen fortgesetzt werden können. Die Verhältnisprävention wollen wir ins Zentrum rücken, denn sie bezieht auch das Lebensumfeld der Menschen ein: wie sie leben, arbeiten, wohnen. Dieser Ansatz bietet die Chance, auch gesundheitlich und sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen zu erreichen.
Dafür brauchen wir ein Präventionsgesetz, das die Zusammenarbeit der Beteiligten verbindlich regelt und Klarheit bei der Finanzierung schafft. Als erstes fordern wir eine Änderung des § 20 im Sozialgesetzbuch V, um mehr Nachhaltigkeit und Kontinuität in der Gesundheitsförderung zu erreichen.