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"Grün macht gesünder", so Renate Künast in ihrer Eröffnungsrede, "ist ein bewusst mehrdeutiger Titel. Denn Gesundheit und Umwelt gehören zusammen. Auch eine gesunde Ernährung und frisches Grün auf dem Teller halten gesund. Vor allem aber geht es grüner Gesundheitspolitik um grünes Licht für mehr Solidarität und mehr Qualität im Gesundheitssystem. Die vermeintliche Reform der Bundesregierung dagegen belastet massiv die BeitragszahlerInnen ohne notwendige Strukturveränderungen einzuleiten."
Gesundheit ist ein entscheidendes Gerechtigkeitsthema und zentrale Frage für ein neues Leitbild der Sozialpolitik im 21. Jahrhundert. Jeder Mensch muss Zugang zu Leistungen auf dem aktuellen Stand des medizinischen Wissens haben: Alte, Junge, Arme und Reiche. Für die gerechte Finanzierung wollen wir Grünen die Bürgerversicherung: gegen die Zwei-Klassen-Medizin und für mehr Solidarität in der Gesundheitspolitik. Die Bürgerversicherung ist Eine für alle und sorgt dafür, dass sich auch die privat Versicherten am Solidarausgleich beteiligen.
Solidarische Finanzierung ist wichtig, aber sie ist nicht alles. Grüne Gesundheitspolitik denkt aus der Perspektive der Patientinnen und Patienten. Deshalb sind Qualität und Prävention wichtige Elemente. Grüne Gesundheitspolitik denkt ganzheitlich und nimmt den engen Zusammenhang zwischen Bildung, Wohlstand und Gesundheit in den Blick.
Qualität heißt vor allem eine vernetzte Gesundheitsversorgung und stärkere Patientenrechte. Zulange hat sich die Gesundheitspolitik auf einzelne Leistungsbereiche konzentriert und das große Ganze vergessen. Gerade der demografische Wandel mit immer mehr Menschen, die chronisch und mehrfach erkrankt sind, macht eine stärkere Zusammenarbeit von ÄrztInnen, Pflegerinnen und Pflegern und anderen Gesundheitsberufen notwendig. Die Bundesregierung orientiert sich an Klientelinteressen, grüne Gesundheitspolitik will dagegen das Recht der Patientinnen und Patienten auf Information, Beratung, Transparenz und Beteiligung stärken.
Und nicht zuletzt steht grüne Gesundheitspolitik für einen Richtungswechsel, weg vom Gesundheitswesen als bloßem Reparaturbetrieb hin zu mehr Vorbeugung. Prävention ist eine soziale Frage und nicht auf die Gesundheitspolitik beschränkt. Es geht um gute Ernährung, mehr Bewegung, weniger Schadstoffe, aber auch um die sozialen Faktoren. Prävention muss im Alltag ansetzen, in Kita, Schule, Stadtteil und Betrieb. Der grüne Fokus liegt dabei auf Kindern und Jugendlichen sowie auf sozial Benachteiligten.