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Bildungsstreik

26. November 2009

Treffen mit Aktivistinnen und Aktivisten

Auf Einladung der grünen Bundestagsfraktion fand am 26.11.2009 ein Treffen mit Aktivistinnen und Aktivisten des Bildungsstreiks statt.

Im direkten Austausch zwischen Studierenden und den Abgeordneten der grünen Bundestagsfraktion Renate Künast, Jürgen Trittin, Kai Gehring, Priska Hinz und Krista Sager, ging es darum, mehr über die genauen Forderungen der Studierenden zu erfahren und nach konkreten Handlungsoptionen zu suchen. Wir Grüne sind uns mit den Bildungsstreikenden einig, dass eine ernsthafte Debatte über den Stellenwert der Bildung in unserem Land überfällig ist. Bildung ist ein Grundrecht und muss endlich auch entsprechend prioritär behandelt und finanziert werden.

Bei der Bologna-Reform muss es einen radikalen Kurswechsel geben. Wir brauchen mehr Demokratie und Mitbestimmung an den Hochschulen. Für mehr selbständiges Lernen bedarf es besserer Studienbedingungen mit kleineren Lerngruppen und mehr Raum für die Kreativität der Studierenden. Dazu gehört auch, Stofffülle und Prüfungszahlen zu reduzieren und Schluss zu machen mit einem rein verwertungsorientierten Schmalspurstudium.

Ministerin Schavan muss dafür endlich Geld in die Hand nehmen, statt immer neue Beschwichtigungsversuche zu unternehmen. Die Hochschulen brauchen die verbindliche Zusage, dass eine bessere Betreuung der Studierenden finanziert wird.

Junge Menschen müssen unabhängig vom Geldbeutel der Eltern studieren können. Die Hochschulpolitik von Bund und Ländern entmutigt besonders junge Frauen und Arbeiterkinder. Sie werden von Studiengebühren und niedrigem BAföG abgeschreckt. Zudem machen unflexibel aufgebaute Studiengänge ein Studium für viele junge Eltern unmöglich. Auch der oftmals notwendige Nebenjob lässt sich mit vollgepackten Studiengängen kaum vereinbaren.

Das, was schwarz-gelb in der Bildungspolitik vorhat, ist alles andere als gerecht und führt uns noch weiter weg vom Ziel eines sozial durchlässigen Bildungssystems. Wer gerade so über die Runden kommt, kann kein Geld für die Bildung sparen. Zukunftskonten bringen daher nicht mehr Chancengerechtigkeit – im Gegenteil. Dass Bildung schon im frühen Kindesalter anfängt, hat die Regierung offensichtlich nicht verstanden – sonst würde sie die aberwitzige Idee des Betreuungsgeldes endlich fallen lassen.

Deutschland braucht mehr Akademikerinnen und Akademiker. Dafür brauchen wir 500.000 zusätzliche und ausreichend finanzierte Studienplätze, eine Stärkung der staatlichen Studienfinanzierung und das Aus für Studiengebühren.

 

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