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Parallel zu den Verhandlungen in Bonn erreichen uns Meldungen über neue Hitzerekorde in Europa und anderswo. Bei Moskau brennen aufgrund der anhaltenden Dürre die Wälder und Torfböden und Pakistan erlebt furchtbare Überschwemmungen mit Tausenden von Toten. Zypern meldete unlängst einen Hitzerekord von 46 Grad Celsius. In West- und Mitteleuropa sorgen immer häufiger Starkregen für lokale und regionale Hochwässer. Januar, April und Mai des Jahres 2010 waren global die wärmsten jeweiligen Monate seit Beginn der Messungen. Das Jahr 2010 wird vermutlich insgesamt das heißeste Jahr werden, das jemals gemessen wurde. Ist das immernoch nicht Mahnung genug? Wenn wir die Erwärmung der Erde nur auf höchstens 2 Grad Celsius begrenzen wollen, dann muss die Trendwende bei den globalen Emissionen innerhalb der nächsten zehn Jahre geschafft werden.
Mit der Konferenz in Bonn ist eine weitere Runde der internationalen Klimaverhandlungen zu Ende gegangen, ohne dass eine Nachfolgeregelung für das Ende 2012 auslaufenden Kyoto-Protokoll in Sicht ist. Das Fatale an der Situation: Wenn es nicht gelingt eine Anschlussregelung für die Zeit nach 2012 zu finden, ist der Himmel dann wieder "völlig offen" für die Emissionen von Treibhausgasen.
Nach 2012 existiert bislang keine völkerrechtlich verbindliche Beschränkung für Treibhausgasemissionen mehr. Die Zukunft des Weltklimas hinge dann allein von den bislang völlig unzureichenden Selbstverpflichtungen einzelner Staaten ab und natürlich davon, ob selbst diese überhaupt eingehalten würden. Nach derzeitigen Berechnungen würde das Klima selbst bei Einhaltung aller derzeit vorliegenden Minderungsabsichten vermutlich auf eine Erwärmung von 4 Grad hinauslaufen - eine Katastrophe für die Lebensbedingungen in weiten Teilen der Erde.
Zu festgefahren scheinen derzeit die Verhandlungen, zu gegensätzlich die Positionen, als dass sich kurzfristig ein Durchbruch für ein internationales Abkommen abzeichnet. Auch sind neue Impulse für Verhandlungsprozess nicht zu erkennen. Im Gegenteil, erst kürzlich hat uns die Nachricht erreicht, dass ein wirksames Klimaschutzgesetz in den USA endgültig gescheitert ist. Jetzt muss es gelingen zumindest das bislang Erreichte zu sichern. Das bedeutet:
Die aktuellen Extremwetterereignisse mahnen uns zum handeln. Die Zeit rinnt sprichwörtlich wie Sand durch die Finger.