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Kurz vor der Weltklimakonferenz in Durban Ende November 2011 hat der Weltklimarat (IPCC) nun seinen neuesten Bericht zu Extremwetterereignissen vorgestellt. Dieser macht deutlich, wie gravierend sich weltweit die Wettermuster verschieben werden, wenn nichts gegen den Klimawandel unternommen wird.
So werden insbesondere in Afrika verheerende Dürren zunehmen, in Süd- und Südostasien wird es eine Zunahme von starken Regenfällen mit Zerstörungspotential geben. Aber auch in Europa verschieben sich die Wettermuster. In Südeuropa werden Hitzewellen die Regel werden und im Süden und Osten Deutschlands können die sommerlichen Temperaturen bis zu 50 Grad erreichen. Neben dem menschlichen Leid sind die finanziellen Folgen solcher Extremwetterereignisse kaum absehbar, können aber schon für ein einzelnes Ereignis viele Milliarden Euro betragen. In Bangkok gibt es derzeit sogar Überlegungen die Hauptstadt aufgrund der wochenlangen Flut zu verlegen.
Wie zu erwarten war, hat sich auch 2010 die globale Temperaturerhöhung und damit der Klimawandel fortgesetzt. Unabhängig von dem sehr kalten Winter in Europa und Nordamerika ist die globale Durchschnittstemperatur 2010 um 0,74 Grad gestiegen. Damit sind die Jahre 2010 und 2005 die beiden wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Und das bei derzeit beobachteten niedrigen Sonnenaktivitäten. Die NASA rechnet auch für die nächsten Jahre mit neuen Rekordtemperaturen.
Die Münchner Rückversicherung hat für das Jahr 2010 eine verheerende Bilanz auch bei den Naturkatastrophen vorgelegt. In der Bilanz zeigt sich neben einer Häufung von schweren Erdbeben zu 90 Prozent eine Häufung von wetterbedingten Katastrophen. Diese hohe Anzahl sowie die zahlreichen globalen und regionalen Temperaturrekorde sind nach Ansicht von Klimawissenschaftlern auch Indizien dafür, dass der Klimawandel voranschreitet.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 950 Naturkatastrophen verzeichnet, 90 Prozent davon waren wetterbedingte Ereignisse wie Stürme, Unwetter oder Überschwemmungen. Damit war 2010 das Jahr mit der zweithöchsten Zahl an Naturkatastrophen seit 1980. Die gesamtwirtschaftlichen Schäden betragen rund 130 Milliarden US-Dollar. Das Jahr 2010 gehörte damit auch zu den sechs schadenintensivsten Jahren für die Versicherungswirtschaft seit 1980.
Auch im Jahr 2011 reißen Unwetter und Naturkatastrophen nicht ab. Seit Wochen schon steht Bangkok unter Wasser und Anfang des Jahres hat ein verheerendes Hochwasser Teile von Australien überschwemmt und Schäden in Milliardenhöhe verursacht. Dramatisch war auch die Flut in Sri Lanka. Gut ein Drittel der Fläche des Landes stand unter Wasser und mehr als 300.000 Menschen waren auf der Flucht vor den Wassermassen, auch viele Reisfelder wurden zerstört.
Die schon jetzt spürbaren Auswirkungen des Klimawandels machen deutlich, dass die Zeit davon läuft. Doch die Klimakonferenzen der letzten Jahre haben substanziell völlig unzureichende Ergebnisse gebracht. Deutschland und die Europäische Union müssen jetzt entschieden vorangehen. Begleitend zum internationalen UN-Klimaprozess müssen wir gemeinsam mit anderen Industriestaaten, großen Schwellenländer und einer Vielzahl von Entwicklungsländern schlagkräftige internationale Klimaschutzallianzen schmieden, die den internationalen Klimaschutz vorantreiben. Wir brauchen eine Klimapolitik der unterschiedlichen Geschwindigkeiten, deren Tempo nicht vom langsamsten Akteur bestimmt wird.