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Die Klimakonferenz von Durban war eine der längsten der Geschichte und am Ende wurde ein totales Scheitern gerade noch verhindert. Doch der Kompromiss, der in letzter Minute verabschiedet wurde, ist am Ende nicht mehr als ein schwaches Fundament, das vermutlich kaum tragfähig sein wird. Zwar ist die prinzipielle Fortsetzung der Pflichten des Kyoto-Protokolls eine gute Sache, doch fehlt es an Konkretisierungen hinsichtlich der genauen Minderungspflichten und des Zeitraums. Auch ist es gut und richtig, dass der Prozess für ein Folgeabkommen in Gang gesetzt worden ist - aber die Zweideutigkeit der verwendeten Formulierungen lässt fürchten, dass hier nicht mehr als ein Formelkompromiss gefunden wurde und die eigentlichen Verhandlungen lediglich vertagt wurden.
Vor allem die Tatsache, dass ein neues Klimafolgeabkommen überhaupt erst "ab 2020" in Kraft treten soll, macht das Erreichen des 2-Grad-Ziels zunehmend unwahrscheinlich. Die Klimawissenschaft hat das Notwendige klar benannt, allerspätestens 2020 müssen die Emissionen weltweit sinken. Und selbst dann müssen weitere sehr ehrgeizige Reduktionspfade eingehalten werden um einigermaßen verlässlich die Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen.
Durban hat aber auch gezeigt, dass es unter den Staaten der Welt eine große Mehrheit für den Klimaschutz gibt. Die Strategie der EU, eine Allianz mit den Entwicklungsländern zu bilden, war richtig. Diese Chance gilt es nun zu nutzen. Wir brauchen jetzt einen Strategiewechsel zu einer Klimapolitik der unterschiedlichen Geschwindigkeiten, eine Allianz der Vorreiter, die vorangehen, ohne auf den Letzten zu warten. Den Druck auf die Verweigerer muss es von verschiedener Seite geben: Einerseits im Rahmen der weiteren Verhandlungen, andererseits durch das erfolgreiche Beispiel der Vorreiter, die zeigen müssen, dass Klimaschutz Chancen für neue Jobs schafft und unabhängiger von Rohstoffimporten macht.
Länder und Ländergruppen müssen vorangehen, ansonsten werden alle Konferenzen der nächsten 10-15 Jahre von den immer gleichen Problemen geprägt - und die Ergebnisse der Konferenzen immer unzureichend sein.