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Frequenzversteigerung

21. Mai 2010

Schnell ins Netz

Frequenzen sind die unsichtbare Infrastruktur vieler Medien: So wie die Bahn Schienen braucht, um ihre Züge darauf fahren zu lassen, brauchen Fernsehen und Radio Frequenzen, um ihr Programm senden zu können. Die Frequenzen der neuesten Auktion sollen für schnelle Internetanbindungen genutzt werden. Viele sehen darin Chancen, das Internet in ländliche Regionen zu tragen. Denn es ist teuer, Internetkabel bis an jede Haustür zu verlegen. Bis heute sind immer noch tausende Haushalte vom schnellen Internet ausgeschlossen. Gerade in ländlichen Regionen ist das ein gravierender Standortnachteil für die Bevölkerung und vor allem auch für die regionale Wirtschaft.

Im Zentrum der Versteigerung standen Frequenzen des Spektrumbereiches von 800-Megahertz. Diese sind frei geworden, weil die analoge Rundfunkübertragung abschaltet wurde. Die Unternehmen die Frequenzen ersteigern, sind durch die Auktion zum Ausbau von Breitbandzugängen verpflichtet. Dadurch sollen bislang nicht erschlossene Gebiete mit breitbandigem Internet versorgt werden.

Es darf keine schwarzen Bildschirme beim Fernsehempfang geben

Allerdings birgt diese neue Zuteilung der Frequenzen auch Risiken. Es ist nicht endgültig geklärt, ob es zu Störungen kommen kann. Die zu versteigernden Frequenzen sind nicht zusätzlich da, sondern frei geräumt worden. Jetzt aber sind sie "nah" an genutzten Frequenzen dran. Niemand kann ausschließen, dass zum Beispiel DVB-T Empfänger, mit denen viele TV empfangen, gestört werden. Das liegt einfach daran, dass die Frequenzen, insbesondere die der sogenannten digitalen Dividende, in einem Bereich liegen, wo auch heute schon das digitale Antennenfernsehen sendet. Rundfunkzuschauerinnen und –zuschauer, die sich in den letzten Jahren ein solches Gerät zum digitalen Empfang gekauft haben, dürfen aber nicht die Leidtragenden sein.

Störungen beim Rundfunkempfang müssen schnellstmöglich behoben werden. Wir erwarten von der Bundesregierung ein Konzept, dass die Probleme der der Betroffenen aufgreift. Es muss klar sein, dass ein Teil der Versteigerungserlöse genutzt wird, um all die zu entschädigen, die neue Lizenzen erwerben oder ihre Technik umsatteln müssen.

 

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