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20 Jahre

18. März 2010

Die friedliche Revolution

Bündnisgrüne erinnern an Wegmarken des Jahres 1989/90.

Katrin Göring-Eckardt MdBKatrin Göring Eckardt über den 19. August

Paneuropäisches Picknick...

Eine kleine Stadt schreibt Weltgeschichte: Sopron, der Ort des "Paneuropäischen Picknicks". Der 19. August 89 war der zweite große Schritt auf dem Weg zur Öffnung des Eisernen Vorhangs - und wieder passierte es in Ungarn. Den ersten Schritt tat Guyla Horn, der ungarische Außenminister, bereits am 27. Juni 1989, als er symbolisch den Signalzaun der Grenzanlagen durchschnitt. Doch noch immer war die Lage unübersichtlich und die Informationen - auch für uns in Thüringen, obwohl wir das Privileg des Westfernsehens hatten - widersprüchlich. Der Schießbefehl galt noch, auch zwischen Ungarn und Österreich. Es war noch immer alles andere als selbstverständlich, dass in dem Moment, als hunderte DDR-Bürgerinnen und Bürger den kurzen Moment der Grenzöffnung zur Flucht nutzten, kein Blut vergossen wurde. Dass es nicht soweit kam, ist vor allem dem damals leitenden Grenzoffizier Bella zu verdanken, der seine Grenzbeamten anwies, die Flüchtenden schlicht zu ignorieren. Es ist heute kaum noch vorstellbar, dass dort wo heute die EU-Länder Österreich und Ungarn durch ein Grünes Band verbunden werden, noch vor 20 Jahren Maschinengewehre das Bild bestimmten. Es ist genau die Unsicherheit, die in diesen Tagen herrschte, die so symptomatisch für die Tage des Jahres 1989 ist. Niemand wusste, wie sich die verunsicherte Staatsmacht verhalten würde. Nicht einmal in Ungarn, wo Reform längst kein Unwort mehr für die kommunistischen Machthaber war. Und in der DDR erst recht nicht, hier sollte bis in den Oktober hinein noch jeder Protest gewaltsam unterdrückt werden. Dass es später anders kam, hängt auch mit diesem 19. August 1989 und der kleinen ungarischen Stadt Sopron zusammen.

Zusätzliche Information

Foto: Copyright by denk