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Mit der Garantie der Glaubens- und Gewissensfreiheit hat der demokratische Rechtsstaat ein für alle Mal darauf verzichtet, die Bürgerinnen und Bürger weltanschaulich festzulegen. Er respektiert und schützt das Recht der Angehörigen einer Religionsgemeinschaft, entsprechend ihrem Glauben zu leben. Ihre religiöse Praxis können die Gläubigen nach den Wahrheiten ihres Glaubens ohne staatliche Einmischung frei gestalten. Der demokratische Rechtsstaat gewährleistet umgekehrt, dass die Religionsgemeinschaften die demokratische und republikanische Verfassung anerkennen. Der Staat respektiert und schützt zugleich das Recht, keinen Glauben zu haben und sich im öffentlichen Raum keinem Glauben unterordnen zu müssen.
Wir Grüne unterstützen die Trennung von Kirche und Staat. Sie ist eine grundlegende Voraussetzung für die positive Rolle von Kirchen- und Religionsgemeinschaften als wichtige Kräfte der Zivilgesellschaft. Dies gilt für die christlichen Kirchen ebenso wie für die israelitische Kultusgemeinde und andere Religionsgemeinschaften. In vielen Fragen haben wir Grüne Kirchen als wertvolle Bündnispartner erlebt. Dazu gehört insbesondere der ökumenische Prozess für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung. Dazu gehört auch das Eintreten gegen Fremdenfeindlichkeit, für internationale Gerechtigkeit und nicht zuletzt auch das ethische Engagement in Fragen der modernen Gentechnik.
Gerade angesichts der Globalisierung setzen wir uns für die Förderung des Dialogs zwischen den Religionen ein. Wir wenden uns gegen jeden Versuch, Religionsgemeinschaften zu diskriminieren oder sie aus dem religiösen Pluralismus unserer Kultur hinauszudefinieren.
Heute ist der Islam die zweitgrößte religiöse Gruppe in Deutschland. Wir Grüne wollen für Musliminnen, Muslime und ihre Organisationen in Deutschland die gleichen Rechte, wie sie für Christen und Juden gelten. Wir wollen den Islam gleichstellen und integrieren. Integrationspolitisch ist dafür auch die Ausbildung von islamischen Geistlichen in Deutschland notwendig.
Das Grundgesetz gewährt allen Religionen individuelle und kollektive Religionsfreiheit. Deshalb treten wir der Islamfeindlichkeit entschieden entgegen. Wie von allen religiösen Gruppen, die eine rechtliche Kooperation mit dem Staat anstreben, erwarten wir von den islamischen Verbänden ein aktives Eintreten für die Religionsfreiheit Anderer, für die Freiheit des Religionswechsels und die volle Selbstbestimmung der Frau. Zur Integration gehört ebenso ein aktives Eintreten gegen Antisemitismus sowie die Verurteilung der Diskriminierung von Homosexuellen und Gewalt gegen sie.