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Das Thema Flächenverbrauch steht schon seit Jahren auf der politischen Agenda. Mit der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie hat die damalige rot-grüne Bundesregierung erstmalig ein konkretes Flächensparziel formuliert. Bis 2020 sollen nur noch 30ha/Tag an neuen Flächen durch Versiegelung in Anspruch genommen werden. Inzwischen liegt das Thema jedoch brach. Unter Schwarz-Rot ist, außer dem Lippenbekenntnis am Nachhaltigkeitsziel festzuhalten, nichts geschehen.
Dabei ist die Versiegelung des Bodens durch Gebäude oder Industrieanlagen und Straßen und die damit einhergehende Zersiedelung der Landschaft ein großes Problem für Mensch, Tier, Umwelt und Klima. Die unverbaute Landschaft erfüllt eine Vielzahl ökologischer, sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Funktionen. Die Bebauung – insbesondere der Hochbau und der Verkehrswegebau - geht mit Versiegelung einher und führt zum Verlust ökologisch wichtiger Funktionen des Bodens. Lebensraum für Tiere und Pflanzen gehen durch die Versiegelung verloren, Regenwasser kann nicht mehr aufgenommen werden und der Grundwasserspiegel fällt. Nicht zu vergessen ist das steigende Verkehrsaufkommen bei peripheren Siedlungslagen und die damit einhergehenden Lärm- und Abgasbelastung.
Dabei sind die Möglichkeiten den Flächenverbrauch zu reduzieren so vielseitig wie vielfältig. In der von Bündnis 90/Die Grünen eingebrachten Großen Anfrage haben wir eine Vielzahl an Instrumenten und Möglichkeiten zur Flächenreduzierung von der Bundesregierung abgefragt. Fazit: Die Instrumente sind da und könnten in die Praxis eingesetzt werden. De facto wird die Verantwortung aber an die Länder und Kommunen weitergereicht.
Eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes kommt zu dem Ergebnis, dass der Bundesgesetzgeber Maßnahmen zur Reduzierung des Flächenverbrauchs vorgeben kann und diese auch mit der Garantie der kommunalen Selbstverwaltung vereinbar sind. Die große Koalition hat dieses Thema dennoch liegen gelassen.
Gemeinsam mit den Ländern und Kommunen müssen konkrete Ziele vereinbart werden und Strategien entwickelt werden, damit das 30-ha-Ziel erreicht wird. Dabei ist zu beachten, dass die Entwicklungsdynamiken der Regionen in Deutschland sehr unterschiedlich sind. Einerseits gibt es stark prosperierende, andererseits rasch schrumpfende Regionen, sowohl mit dicht als auch äußerst dünn besiedelten Räumen. Um den Konkurrenzkampf der Kommunen zu lockern, sind deshalb Regelungen zu finden, die jede Kommune zu erfüllen hat. Neben der Reduzierung des Flächenverbrauchs müssen auch Flächenrecycling und Entsiegelung angegangen werden.
Bündnis 90/Die Grünen setzen sich für einen Instrumentenmix ein. Ordnungsrechtliche und ökonomische Maßnahmen müssen ergriffen werden und die Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger, der Planung und der Politik für das Thema muss vorangebracht werden.
Zu den wichtigsten Instrumenten gehören:
Eine Informationsinitiative müsste allen Beteiligten die Dringlichkeit des Themas näher bringen. Bauherren, Politiker und Planer müssen in die Verantwortung genommen werden. Insbesondere Architekten sind dazu aufzufordern, bei ihren Entwürfen den versiegelten Boden so gering wie möglich zu halten. Dächer und Fassaden sollten nach Möglichkeit begrünt werden, um wenigsten teilweise einen Ausgleich für die versiegelte Fläche zu schaffen.
Eins ist sicher: Wir bleiben dran. Unser Ziel: Mittelfristig den Nettoneuverbrauch von Flächen auf null zu drücken.