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Die grüne Position

Wasser ist Leben

Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Es ist unser wichtigstes Nahrungsmittel und ein riesiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Ohne Wasser wäre die Erde eine leblose Wüste. Doch trinkbares Wasser ist eine knappe Ressource und auf unserem Globus ungleich verteilt. Weltweit haben mehr als eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Verunreinigungen, Verbauungen und der Klimawandel gefährden die Wasserökosysteme und damit unsere Lebensgrundlage. Wir Grüne setzen uns für den Schutz der Wasserökosysteme und der Wasserkreisläufe ein. Die Wasserversorgung in Deutschland muss auch in Zukunft Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge bleiben. Initiativen auf internationaler Ebene wie die UN-Aktionsdekade "Wasser für das Leben" unterstützen wir ebenso wie die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union.

Klimawandel und Hochwasser

Der Klimawandel wird die derzeitigen Probleme bei Wasserversorgung, Wasserverteilung und Hochwasser in Zukunft noch verschärfen. Die Verteilung des Wassers auf der Erde verändert sich und bringt neue Probleme hervor. Wissenschaftliche Untersuchungen müssen deshalb die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt begleiten, um Anpassungsstrategien entwickeln zu können. In Folge des Klimawandels müssen wir in Deutschland zukünftig häufiger mit Starkregenereignissen rechnen. Die Hochwassergefahr mit Bedrohungen für den Menschen und sein Hab und Gut nimmt zu. Deshalb ist es eine vordringliche Aufgabe, den natürlichen Hochwasserschutz schnell zu verbessern. Dazu sind vor allem neue Überschwemmungsflächen und funktionsfähige Flussauen zu schaffen, die mehr Wasser aufnehmen können und die Fließgeschwindigkeit verlangsamen. Außerdem sind sie wertvolle Lebensräume für viele Pflanzen und Tiere.

Wasser schützen

Mit der Ressource Wasser müssen wir sorgsam und sparsam umgehen. In Deutschland ist das kostbare Nass besser vor Schadstoffeinträgen aus Landwirtschaft, Industrie und Verkehr zu schützen. Ein zunehmendes Problem sind außerdem Rückstände aus Medizin und Konsumprodukten, die sich verstärkt im Wasser wiederfinden. Diese Einträge müssen erkannt und die Quellen für solche Verunreinigungen beseitigt werden. Bündnis 90/Die Grünen setzen sich für eine konsequente Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ein. Dabei sehen wir auch die Bundesregierung in der Verantwortung. Sie muss koordinierend und kontrollierend auf die Umsetzung der WRRL in den Ländern Einfluss nehmen. International ist die Landwirtschaft der größte Wasserverbraucher. Hier gilt es dringend, effizientere Bewässerungssysteme zum Einsatz zu bringen. Dabei müssen wir die Entwicklungsländer unterstützen.

Wasserversorgung

Die Wasserversorgung in Deutschland ist sehr gut und zeichnet sich flächendeckend durch eine hohe Trinkwasserqualität aus, Versorgungsausfälle sind die Ausnahme. Dieses hohe Niveau wollen wir erhalten. Dazu soll die Wasserversorgung in kommunaler Hand bleiben. Auch die Entsorgung von Abwasser ist in Deutschland vorbildlich geregelt. Sie wird aber an neue Herausforderungen angepasst werden müssen. Denn immer neue Stoffe sind im Wasser nachzuweisen. Manche davon müssen zukünftig durch zusätzliche Reinigungsschritte aus dem Wasser entfernt werden. Dabei kommen auch neue Kläranlagen für sogenannte Punktquellen wie zum Beispiel Krankenhäusern in Betracht. Klimawandel, demografischer Wandel und sich verändernde Siedlungsstrukturen stellen die Wasserver- und Abwasserentsorgung vor neue Herausforderungen. Das bietet Entwicklungschancen für neue Technologien und intelligente dezentrale Lösungen.

Menschenrecht auf Wasser

Eine Milliarde Menschen auf der Erde haben zurzeit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mehr als 2,5 Milliarden Menschen fehlt es an einer angemessenen sanitären Grundversorgung. Daran muss sich etwas ändern. Fachleute gehen davon aus, dass jeder Mensch am Tag zirka 50 Liter Wasser braucht. Von dieser Mindestversorgung sind wir weltweit noch sehr weit entfernt. Wir Grüne begrüßen daher, dass die Vereinten Nationen das Recht auf Wasser in den Kanon der Menschenrechte aufgenommen haben.

Wasserstraßen

Wasser als Transportweg für Waren spielt in Deutschland eine zunehmend geringe Rolle. Dem steht ein hoher Aufwand für die Unterhaltung der Bundeswasserstraßen gegenüber. Staustufen zerschneiden die Flüsse und bilden unüberwindbare Hindernisse für zahlreiche Lebewesen und Treibgut. Wir Grüne wollen, dass die Binnenschifffahrt dort gestärkt wird, wo sie wirtschaftlich und ökologisch Sinn macht. Allerdings muss sie enger an die ökologischen Rahmenbedingungen der Flüsse angepasst werden. Deshalb wollen wir die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes so umbauen, dass sie in Zukunft auch für den ökologischen Zustand der Flüsse in Deutschland verantwortlich ist.

Wasserkraft

Im Wasser steckt Energie. In Deutschland gibt es 7.700 Wasserkraftanlagen. Der gewonnene Strom ist klimaneutral, es entsteht kein CO2. Vier Prozent des in Deutschland produzierten Stroms wird aus der Wasserkraft gewonnen. Wasserkraft hat aber auch Nachteile. Zu ihrer Nutzung werden Querbauwerke errichtet, die Fließgewässer erheblich stören. Die Wanderung von Fischen wird unmöglich gemacht. Das Material, das der Fluss transportiert, lagert sich ab. Das Ökosystem Fluss wird stark verändert. Zudem werden viele Organismen in den Turbinen der Wasserkraftanlagen verletzt oder getötet. An einem ökologisch vertretbaren Weg, der die Durchlässigkeit der Fließgewässer gewährleistet, muss weiter gearbeitet werden.

 

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