Friedrich Ostendorff
- Sprecher für Agrarpolitik
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Arbeitskreis 2: Umwelt, Energie, Verbraucher und VerkehrMitgliedschaft in Gremien des Bundestages
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- Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Stellvertretendes Mitglied
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Kartoffelkartell schadet Bauern und Verbrauchern
Der "Aufstand der Milchbauern" hat es gezeigt: Auf dem Land ist nichts mehr so, wie es einmal war. Die Bauern wählen nicht mehr treu die Unionsparteien, und auch der Bauernverband wird immer weniger als legitimer Vertreter bäuerlicher Interessen anerkannt. Die zunehmende Entfremdung vieler Bäuerinnen und Bauern von ihren angeblichen Interessenvertretern ist für uns Grüne sowohl Chance als auch Herausforderung. Chance, weil es mittlerweile viele politische Übereinstimmungen mit den Landwirten gibt. Ich habe bei diversen Veranstaltungen in den letzten Jahren viel Zustimmung erhalten, wenn ich zu Milchquote, Gentechnik oder Massentierhaltung gesprochen habe. Herausforderung, weil wir noch einiges unternehmen müssen, um die kulturelle Distanz zwischen Grünen und den Menschen, die im ländlichen Raum leben und arbeiten, zu überwinden. Dafür braucht es erkennbare Gesichter, die sich authentisch für die Belange des ländlichen Raumes einsetzen. Hierin sehe ich meine Aufgabe für die nächsten Jahre. Ich werde deutlich machen, dass es die Grünen sind, die sich für den Fortbestand der bäuerlichen Landwirtschaft einsetzen. Nur eine bäuerliche Landwirtschaft – das ist meine Grundüberzeugung – gewährleistet eine ökologisch und sozial nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raumes.
Geboren 1953 in Dortmund; verheiratet; ein Kind.
1953 auf dem elterlichen Bauernhof geboren und aufgewachsen, stellte sich für mich nie ernsthaft die Frage, ob ich Landwirt werden sollte oder nicht.
21-jährig absolvierte ich 1974 die Meisterprüfung zum Landwirt und ging bereits ein Jahr später auf Konfrontationskurs zum Bauernverband. Es galt den Hof gegen eine Agrarpolitik zu verteidigen, die ausschließlich auf Wachsen oder Weichen setzte.
Anfang der 1980er Jahre wurde ich Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), die sich als politisches Gegengewicht zum Bauernverband verstand. In dieselbe Zeit fiel auch die Gründung der Grünen Partei im Kreis Unna. Seitdem trete ich für ureigenste grüne Politik ein: für den Einsatz erneuerbarer Energie, für eine bäuerliche, ökologisch orientierte Landwirtschaft, gegen den Einsatz von Agrogentechnik, gegen die Zerstörung des ländlichen Raumes durch agrarindustrielle Massentierhaltung.
Der Schritt vom Leben und Arbeiten auf dem Land in die Berliner Politik hieß für mich nicht, mich vom Acker zu machen. Auf unserem Hof leben wir die Agrarwende seit Jahren praktisch vor. In meiner Bundestagszeit von 2002 bis 2005 konnte ich dann an den politischen Weichenstellungen für die Agrarwende in Deutschland mitarbeiten. Wichtigster Baustein rot-grüner Politik in diesem Bereich war für mich die Verabschiedung des Gentechnikgesetzes, das die Grundlage für die Erhaltung einer gentechnikfreien Landwirtschaft bildet.
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Mitarbeiter:
Lothar Kemmerzell

Wahlkreis 145: Unna I
Mein Wahlkreis liegt zentral in Nordrhein-Westfalen und am östlichen Rand des Ruhrgebiets. Er umfasst die Städte und Gemeinden Bergkamen, Kamen, Bönen, Unna, Holzwickede, Fröndenberg und Schwerte. Geprägt ist mein Wahlkreis einerseits durch die schwerindustrielle Vergangenheit des Ruhrgebiets mit all den Bauten und Industrieanlagen, die dieses Zeitalter bis heute in meiner Heimat sichtbar macht. Andererseits sind die Übergänge zu den ländlichen Regionen des Münster- und Sauerlandes sowie der Soester Börde fließend und bestimmen in ihrer Unterschiedlichkeit ebenfalls das Landschaftsbild und das Lebensgefühl. Diese Mischung macht die Faszination der Region aus und bietet Besuchern eine große Palette von kulturellen Angeboten - von der Besichtigung alter Industrieanlagen bis zur Wanderung durch die schönen Naturlandschaften zwischen Ruhr und Lippe.
Auch die wirtschaftliche und soziale Situation hat viel mit der Scharnierstellung des Wahlkreises Unna zwischen Ruhrgebiet und ländlicher Umgebung zu tun. Genau an diesem Übergang stellt sich die Frage nach der Zukunft von Arbeits- und Lebenswelten. Genau wie das Ruhrgebiet muss sich der Kreis Unna auf die veränderten Bedingungen einstellen, die das Wegbrechen der alten Industriebetriebe gebracht hat. Die Region hat viele Potenziale, aber Sie muss den Mut entwickeln die alte Strukturpolitik abzulegen. Nicht in der großzügigen Ausweisung von Flächen und im Straßenbau liegt die Zukunft, sondern es geht um Qualität. Wir müssen einen klaren Schwerpunkt auf Umwelttechnik und erneuerbare Energien setzen. Auch die regionale Kreislaufwirtschaft gilt es zu stärken.
In meinem Wahlkreis gibt es wunderschöne Naturlandschaften, aber wenige Punkte, an denen die Bausünden vergangener Jahrzehnte nicht sichtbar sind. Das ist sinnbildlich für diese Region und mir als Politiker der Grünen Auftrag, den Wert der Landschaft und die Lebensqualität zu erhalten und zu steigern. Ich setze mich ein gegen eine wilde Versiegelung von Flächen und eine Ansiedlungspolitik, die die Natur hier zerstört und noch nicht einmal Arbeitsplätze schafft. Ich kämpfe in diesem Zusammenhang auch gegen eine Ansiedlung von Massentierhaltungsbetrieben, die sich zurzeit in NRW ausbreiten. Diese Agrarfabriken verschandeln die Landschaft, fügen Umwelt und Natur große Schäden zu und mindern die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner nachhaltig. Ich mache mich dafür stark, dass kleine und mittelständische Unternehmen als zentrale Glieder regionaler Wertschöpfungsketten vor Ort gute Bedingungen vorfinden; denn die wirtschaftlichen Eigeninteressen solcher lokaler Unternehmen sind existenziell mit einer positiven und nachhaltigen Entwicklung der Region verbunden.
