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Der Mann trägt distanziertes Schwarz und nippt an einem Glas Wasser. Emotionale "Homestories" mag er nicht, sagt er gleich. Politische Fakten sind ihm lieber. Ein leiser Macher, einer der unaufdringlich, aber beharrlich die Fäden zieht. Seine Position im Verteidigungsausschuss und sein Sitz im Haushaltsausschuss geben ihm dazu manche Gelegenheit. Abstand ist ihm wichtig, um die Dinge mit dem nötigen Weitblick zu betrachten: den Einsatz deutscher Truppen in Afghanistan etwa. Das Thema lockt Alexander Bonde dann doch aus der Reserve. Ein wenig zu schnell habe Mister Gates aus der Hüfte geschossen, kritisiert er die Anforderung der USA nach deutschen Soldaten für den umkämpften Süden. Für Bonde ist das "kein Thema" – eine Ausweitung der humanitären Hilfe umso mehr.

Nachdenklich berichtet er von seiner ersten Reise nach Kabul und von Begegnungen, die er nicht vergisst. Ein Mann, Analphabet, der sich überschwänglich für die neuen Bildungsmöglichkeiten seiner Kinder bedankte. Eine Lehrerin, die unter dem Schutz der deutschen Truppen wieder ohne Angst unterrichten kann. "Da weiß man doch, was im Leben wirklich zählt", strahlt der 33-Jährige. "Was die Menschen dort jetzt brauchen, sind Schulen, Krankenhäuser, funktionierende Wasserversorgung, Straßen und Jobs." Wichtig sei der Aufbau von afghanischen Sicherheits- und Polizeikräften, die ihre Schutzfunktion wahrnehmen könnten, durch das ISAF-Mandat. "Dafür braucht man einen langen Atem", betont er. Mit Billiglösungen wie dem ersten Versuch, die Polizei in Afghanistan mit wenigen AusbilderInnen und knappem Material aufzubauen, könne man sich nur blamieren.

Für den bodenständigen Schwarzwälder ist Schnelligkeit per se keine Tugend. So stört es ihn auch wenig, dass sein Hybrid-Auto eher langsam beschleunigt. "Ich bin selten auf der Flucht", grinst er. In der Ruhe liegt die Kraft – das passt zu ihm wie die Leidenschaft fürs Schachspiel. Strategisches Denken kommt ihm als Haushaltspolitiker durchaus zugute. Auch hier plädiert Bonde für eine Politik mit Bedacht. Den "Schönwetter-Haushalt" der Bundesregierung betrachtet er deshalb skeptisch. "Dass in guten Zeiten der Schuldenberg immer noch zu hoch ist, muss misstrauisch machen", kritisiert Bonde. Angesichts der angespannten Weltwirtschaftslage könnte sich der Konjunktur-Himmel schnell wieder bewölken.

Der grüne Zukunftshaushalt, wie ihn Bonde mitentwickelt hat,  geht den Subventionen an den Kragen. "Es wird höchste Zeit, Flugbenzin zu besteuern", darin ist er sich mit seinen FraktionskollegInnen einig. Eine neue Einnahmequelle für die Staatskasse hat er dabei nicht nur im Sinn. Ihm liegt auch daran, dass umweltfreundliche Verkehrsmittel wie die Bahn konkurrenzfähiger werden. Gerade weil öffentliche Verkehrsmittel oft Mangelware sind, wie in seinem ländlichen Wahlkreis und auf dem Weg in die heimatliche Schwarzwaldgemeinde Baiersbronn, wo er mit Sohn Karl Abraham, eineinhalb Jahre alt, und Ehefrau Prof. Dr. Conny Mayer-Bonde zu Hause ist.

aus: profil:GRÜN März 2008

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Alexander Bonde