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Die zehnte Wahlperiode 1983-87

Rotation

Die Grünen verstehen sich als die Alternative zu den etablierten Parteien. Das soll so bleiben. Unter der Maßgabe "keine Macht für niemand" rotieren deshalb in der Mitte der Legislatur alle grünen Abgeordneten - mit Ausnahme von Petra Kelly und Gert Bastian. Vorrücker und Nachrücker bilden eine Bürogemeinschaft. Die Rotation wird auf Bundesebene im Mai 1986 aufgegeben.

Von ihren Diäten sollen die MdBs 1.950 plus 500 Mark für jede zu unterhaltende Person behalten - ein Betrag, der sich am Facharbeiterlohn orientiert.

Weibliche Herrschaft

Am 3. April 1984 wählt die Fraktion mit Annemarie Borgmann, Waltraud Schoppe, Antje Vollmer, Christa Nickels, Heidemarie Dann und Erika Hickel einen rein weiblichen Vorstand.

Fahrlässige Penetration

Die Grünen brechen gesellschaftliche Tabus. Sie fordern u.a., Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe zu stellen. "Wir fordern Sie alle auf", so Waltraud Schoppe in ihrer Rede im Mai 1983 vor dem Bundestag, "[auch] den alltäglichen Sexismus hier im Parlament einzustellen." Schoppes Ausspruch von der "fahrlässigen Penetration" macht in der Republik Furore. Im Oktober 1986 bringen die Grünen das erste Antidiskriminierungsgesetz in den Bundestag ein.

Wie käuflich ist die deutsche Politik? Die Flick-Affäre weitet sich zur größten Parteispendenaffäre in der Geschichte der Bundesrepublik aus. Am 27. April 1983 beantragt die grüne Fraktion die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses.

Schwerter zu Pflugscharen - Abrüstung in Ost und West

Am 31. Oktober 1983 unterzeichnet Erich Honecker beim Besuch von Petra Kelly, Otto Schily, Gert Bastian, Antje Vollmer, Dirk Schneider, Gustine Johannsen und Lukas Beckmann einen persönlichen Friedensvertrag. Darin verpflichtet er sich, sich für den Beginn einseitiger Abrüstung in seinem Land einzusetzen.

"Mit Verlaub,

... Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch." Streitlustig und - wo es sein muss - respektlos. Die Grünen bringen einen neuen Stil ins hohe Haus. Wie z.B. Joschka Fischer 1984 gegenüber Bundestagsvizepräsident Richard Stücklen.

Saurer Regen und tote Bäume

Zahlreiche Initiativen startet die Fraktion gegen das Waldsterben. Im März 85 legt sie einen Gesetzentwurf vor, der den Verkauf von verbleitem Normalbenzin verbietet. Ein Entschließungsantrag von 1986 enthält die Eckpunkte der grünen Energie-Wende.

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