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Turnierbericht | 25.06.2012

Grüne Tulpe bei den Bolzmasters 2012

Die Bolzmasters ohne Papa Rati? Obwohl die Grüne Tulpe den Balkan-Maradona Ratimir Britvec vor zwei Jahren mit einem wunderbaren Auftritt beim legendären Freizeitturnier in Kassel gebührend verabschiedet hat (Papa Ratis in Kassel), war es doch ungewöhnlich, die Auswärtsfahrt ohne den Taktikfuchs anzutreten.

Doch die Zusage von Torwart Markus Nees aus Sydney ließ berechtigte Hoffnung aufkommen, dass auch ohne die richtige Mannschaftsaufstellung das ein oder andere Spiel zu null gewonnen werden könnte und als dann auch noch die Zusage von Arne Jungjohann aus dem Ortsverband Washington D.C. eintrudelte, mussten wir zwar anfangen, uns um unsere Ökobilanz zu sorgen. Aber der sportliche Ehrgeiz war ebenso geweckt, wie die Vorfreude auf die Zeit abseits des Platzes. 

Für Freitagabend war bei der Kasseler Exil-Tulpe Thomas Flügge der Grill angerichtet als leider kurzfristig noch die Absagen von Andree – Samba Toni – Böhling aus Hamburg und Christoph Benze aus Mainz eintrudelten. So war es gut, dass wir in Erwartung des langen Turniertages bereits beim Grünen Kreisverband Kassel "geplündert" hatten und eine Zusage des tulpeerfahrenen Johannes Götting hatten. Hinzu kam wie bei jedem Kassel Auftritt Olli Künne, so dass wir zumindest genug waren, um einmal zu wechseln.

Der richtige „Einkauf“ gelang dann allerdings erst auf dem Sportgelände. Von der grünen Frauenmannschaft – amtierender Bolzweltmeister der Frauen – hatte Sabrina Hempe Lust, auch für die Tulpe aufzulaufen.

 Die Gruppenphase

Die Freunde der Ran-Datenbank müssten wahrscheinlich lange suchen, bis sie einen Auftaktsieg der Grünen Tulpe im ersten Turnierspiel finden würden. War es beim Sieg der Deutschen Meisterschaft 2007? Jetzt hat die Suche ein Ende. Mit einer offensiven 1-3-1 Aufstellung und einem Tor von Johannes Götting wurde mit 1:0 gegen Hep-Hep Hefeta gewonnen. 

Es folgte ein Spiel gegen Mädchen in Bewegung, eine Mannschaft aus Tallinn. Nach den bisherigen 3 Niederlagen gegen den FC Toompea konnten wir mit einem 12:1 zwar unsere Bilanz gegen Mannschaften aus der estischen Hauptstadt aufbessern, aber der sportliche Einsatz stand bei diesem Spiel nicht im Vordergrund.

Entsprechend schwer taten wir uns im anschließenden Gruppenspiel, wo wir zwar erneut ein recht gutes Passspiel zeigten, uns dann aber einem Traumtor nach Volleyschuss geschlagen geben mussten. Da unser Gegner aber anschließend sowohl gegen die Mischmannschaft aus den Söhnen der Mutter und den Dynamitas als auch gegen F2versenkt unentschieden spielte, konnten wir durch unsere beiden Siege gegen diese Mannschaften, die Gruppe doch noch für uns entscheiden.

Sowohl beim 2:0 gegen die Dynamitas als auch beim 3:0 gegen F2versenkt hob Sabrina Hempe das Tulpespiel auf ein anderes Niveau. Immer anspielbereit hielt sie den Ball in der Spitze und sorgte dafür, dass unsere Mittelfeldreihe aufrücken konnte und so häufig zu Torabschlüssen kam. Beachtlich dabei das Felddebüt von unserem etatmäßigen Torwart Jochen Schieborn, die vier Tore von Markus Meyer, der dieses Gefühl eigentlich nur noch dunkel aus seiner Hockeyzeit erinnert und die ordnende Hand von Routinier Arne Jungjohann, der trotz seines mittlerweile fünfjährigen USA-Aufenthalts noch immer mit der gleichen Ruhe und Ballsicherheit agiert wie eh und je.  Und wenn nichts mehr lief, erzielte Sabrina die Tore einfach selbst. So traf sie in den beiden entscheidenden Spielen dreimal.

Die KO-Runde

Als Gruppensieger waren wir im alt bekannten Dynamo-Modus für das obere Feld qualifiziert und mussten gleich im Achtelfinale erkennen, dass wir den Altersschnitt in diesem Bereich deutlich nach oben heben würden. Unsere Gegner hatten in der Pause jedoch glücklicherweise auch die ein oder andere Portion Pommes gegessen und so konnten wir weiter mit gutem Passspiel gefährlich agieren.

Thomas Flügge und Johannes Götting variierten dabei zusehends besser im Wechselspiel zwischen Libero und Mittefeld-Aufbau und als plötzlich doch einer der jungen Stürmer frei vor Markus Nees auftaucht, fischt dieser den Ball großartig aus dem Eck. Das entscheidende Tor fällt denn in einem mittlerweile typischem Spielzug. Götting erkämpft den Ball. Flügge mit öffnenden Pass auf Hempe, die den nachrückenden Künne bedient, der mit seiner bekannten linken Klebe die Tulpe ins Viertelfinale schießt.

Nach 2006 und 2007 waren wir damit zum dritten Mal unter den letzten 8. Beide male zuvor mussten wir uns im Neunmeterschießen dem späteren Turniersieger geschlagen geben. Im Spiel gegen T 400 sind wir aber nicht annährend in die Nähe dieser Möglichkeit gekommen. Zwar konnten wir offensiv weiterhin einige gute Aktionen starten, aber vorne agierte die junge Mannschaft mit einem Dreieck, dem es immer wieder gelang zum Abschluss zu gelangen.

Nachdem es Nees nicht gelungen ist, einen Fernschuss mit gehobenem Arm aus dem Tor zu gucken, war dann der Bann gebrochen und T 400 setzte gleich noch drei Tore gegen erschöpfte Tulpen obendrauf. Zum Glück kurbelte uns Sabrina noch einmal an, wieder anständig weiter zu spielen und so gelang erneut die Kombination über die Mitte zu Hempe, diesmal nach rechts zu Meyer, quer zu Künne und zum 1:4 Ehrentreffer.

Mit dem erneuten Verpassen des Halbfinals war die Luft aber nicht raus. Nach großem Kampf gegen Richter Tisch erreichten wir ein 0:0 und damit endlich unser eigentlich obligatorisches Neunmeterschießen. Nach den Treffern von Jungjohann, Götting und Nees, die alle durch Richter Tisch gekonntert werden konnte, schoß Flügge links am Tor vorbei, während Nees erneut chancenlos blieb.

Es blieb das abschließende Spiel um Platz 7, in dem sich zwei müde Mannschaften gegenüber standen. Als wir schon die Schützen für das Neunmeterschießen durchgingen war es dann eine Einzelaktion an der Torauslinie gegen drei Tulpen (!), die doch noch das entscheidende Tor herbeiführte. Unseren wütenden Gegenangriff mit Torwart wurde dann noch bitterlich zum 0:2 ausgekontert.

Fazit

In der inoffiziellen Ü30-Wertung wäre die Tulpe dieses Jahr ganz vorn mit dabei - somit ist Platz 8 von 42 Teams mehr als bemerkenswert. Aber wie immer bei den Bolzmasters stand der sportliche Erfolg nur kurzfristig im Mittelpunkt. Das Turnier von Dynamo Windrad bleibt der Klassiker unter den Freizeitturnieren.

Den Veranstaltern noch einmal ein großes Dankeschön und die Ankündigung, dass wir auch in 2013 wieder mit einer Tulpe-Revival-Truppe an den Start gehen werden. Dabei wollen wir natürlich nicht nur Papa Rati zurück auf den Platz holen, sondern auch Sabrina Hempe erneut für uns gewinnen! Ihr wünschen wir jetzt erst einmal einen attraktiven Gegner bei der Auslosung zur ersten Runde des DFB-Pokals der Frauen und dann ein unvergessenes Fußballfest!

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Grüne Tulpe

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