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Wie alle Jahre wieder stellte sich der Winter in Berlin dann doch noch ein und die Grüne Tulpe trat im Spiel um das runde Kunstleder auf leicht angezuckertem aber doch bespielbaren Platz bei Temperaturen knapp unterhalb des Nullpunktes gegen den SG Bundestag an um die Niederlage im ersten Saisonspiel vergessen zu machen. Die Tulpen liefen trotz leichter Verletzungsschwächung durch den Ausfall von Stammkeeper Jochen Schieborn unter Leitung von noch-Interimstrainer Kristoffer Born zuversichtlich auf dem Lichtplatz ein.

So viel sei hier verraten: Kristoffer Born wurde bei der Jahreshauptversammlung der Tulpe am 24. Januar 2012 zum (Spieler-)Trainer gewählt. Wir bedanken uns bei seinem Vorgänger Sebastian Wienges, der das Amt aus beruflichen Gründen derzeit nicht weiterführen kann. Die Kapitänsfackel gibt Kristoffer Born an André Bornstein weiter. Der Ordnung halber: unser Präsident wurde im Amt bestätigt und übernimmt dankenswerterweise auch wieder die Aufgabe der Spielplankoordination. Allen alten und neuen Funktionsträgern gratulieren wir herzlich und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

Nun aber zum Geschehen auf dem winterlichen Platz: Der Schiedsrichter gab den Ball frei und die rote Kugel rollte. Ja, in der Tat fiel die Wahl auf einen Winterball, aber keiner der Akteure ließ sich merklich von der ungewohnten Ballfärbung irritieren.

In der ersten Hälfte hatte die Tulpe das Spiel sicher in der Hand. Die taktische Umstellung auf eine Dreierabwehrkette und einem magischen Dreieck aus zwei Sechsern und der Zehn stand hinten sicher und entwickelte nach vorne immer wieder gefährliche Ideen. Aber auch Aushilfs-Torwart André Bornstein war -wenn immer es nötig wurde- ein sicherer Rückhalt für seine Mannschaft.

Auch das 1:0 wurde von Bornstein in bester Neuer-Manier eingeleitet: Nachdem er eine Ecke der Weißhemden aus der Luft gepflückt hatte, leitete er den Angriff mit einem langen Abwurf ein. Der Ball kam zum irischen 'Striker' Ian Darcy und der schoss nach einem schönen Lauf zur Führung ins lange Eck ein.

Nach einer halbe Stunde erhöhte Kristoffer Born auf 2:0. Er wurde 25m vorm Tor von Lennart Krause angespielt, streifte seinen Gegner mit einer schönen Drehung ab und schoss dann ebenfalls Richtung langes Eck. Der Torwart kommt noch mit der Hand an den Ball, kann ihn aber nicht mehr um (oder an) den Pfosten lenken.

Nun kam es zu einer etwas absurden Szene im Strafraum: Ein Tulpenspieler wehrte einen Ball auf dem Weg ins Tor mit der Hand ab, es handelte sich aber nicht um den Aushilfstorwart André Bornstein, sondern um einen der Feldspieler, weshalb dem Schiedsrichter nur der Elfmeterpfiff und die Verwarnung blieben. Teilzeit-Keeper Bornstein rettete jedoch das zu Null durch einen katzenartigen Sprung zu seiner linken, und auch bei den beiden Nachschüssen spekulierte er richtig. Weiterhin 2:0

Bei Tor Nummer 3 holt sich Lennart Krause nach dem Assist bei Tor 2 nun auch einen Scorerpunkt ab. Nach kurzfristiger Verwirrung in der Abwehr der SG Bundestag kommt der Ball von Jan Luley in den Strafraummitte, wo die anderen beiden freistehenden Tulpen gerade noch Platz machen, dass Lennart die rote Kugel auf die Reise Richtung Tor schicken kann. Der Torwart erkennt früh, dass der Schuss Richtung rechte Ecke geht, es steht aber noch ein Abwehrspieler im Weg der den Ball unglücklich in die linke Ecke abfälscht. 3:0

Es lief weiter gut für die Tulpen, noch vor der Halbzeit wurde der Vorsprung weiter ausgebaut. Ian Darcy beförderte den Ball aus 30 Metern Entfernung per Vollspann zum 4:0 ins Tor der Mannschaft des Fussball-Oberhauses.

Wer Gedacht hatte, dass die Partie damit entschieden sei oder die SG Bundestag auseinanderfallen würde, sah sich (wieder einmal?) getäuscht. Mit neuem Elan kamen sie aus der Freiluftkabine und machten von Anfang an mehr Druck auf die Tulpen. Wie jeder weiß sind Pflanzen bei Frost besonders empfindlich und so ließen sich die Spieler in grün von dem White-out verunsichern und in ihrer Spielentwicklung empfindlich stören.

So kamen die Gäste ein ums andere Mal zu Chancen, die in der 65. Minute erstmals in Zählbares umgewandelt wurden: Eine straffe Hereingabe von der Seite drückte einer der Bundestag-Angreifer per Kopf vom Elfmeterpunkt ins Tor.

Die SG Bundestag erkannte und nutze die winterlichen Gegebenheiten geschickt und schoss aus allen Lagen aufs Tor der Grünen Tulpe. In der 87. Minute rutscht dem Zweithalbzeitkeeper Marko der Ball unglücklich durch die glitschigen Handschuhe und trudelte zum 4:2 ins Netz.

Sollte es nach der deutlichen Halbzeitführung tatsächlich noch einmal spannend werden? Ja, es sollte. In der 90.Minute sah sich der Defensive-Tulpensechser Finn Pelke genötigt, im Strafraum nach dem Ball zu grätschen, um Schlimmeres zu verhindern. Rutschiges Geläuf, schlechtes Timing, müßig es zu analysieren (und ohne Zeitlupe schwierig noch dazu), der Gegner fiel und der Schiedrichter entschied völlig zu Recht auf Elfmeter, der von der SG Bundestag diesmal sicher verwandelt wurde.

Danach fand die Grüne Tulpe zumindest so viel Ordnung wieder, dass sie nach weiteren zwei Minuten Nachspielzeit doch noch den Sieg nach Hause tragen konnte. Erleichterung und lächelnde Gesichter beim Händeschütteln im Mittelkreis.

Fazit: Ein Ergebnis, das aufgrund der sehr unterschiedlichen Halbzeiten nicht deutlicher hätte ausfallen dürfen. Der Sieger hätte durchaus auch die SG Bundestag sein können, die es vielleicht versäumt hat, in der ersten Hälfte mehr Gegendruck zu erzeugen. Die Grüne Tulpe glänzte durch gute Chancenverwertung, und in der ersten Hälfte hat sich auch die Dreierkette als gelungene Variante erwiesen. Wir bedanken uns bei dem Gegner und dem hervorragenden Schiedsrichter für eine durchweg faire Partie und freuen uns auf das nächste Kräftemessen.